Der eigene Park in der Pölinger Heide
Bild: Junker
Martha und Franz Bories haben sich ein Paradies geschaffen. Ihr 3200 Quadratmeter großer Garten erinnert eher an einen öffentlichen Park.
Bild: Junker

Kaum vorstellbar, dass es früher eine Brennnesselwiese gewesen ist. Fein getrimmte Lebensbäume säumen die Wege, die die Rasenfläche durchkreuzen und in einzelne Segmente teilen. Ein Fachwerkhäuschen aus dem 14. Jahrhundert, in dem die Werkzeuge des Holzbildhauers und Dekorateurs Franz Bories untergebracht sind, ist nahezu komplett mit einem Rosenbusch zugewachsen. Direkt daneben steht eine Eule aus Metall, die Bories aus alten Dachrinnen gefertigt hat. Vor dem selbst geschnitzten Madonnenbildstock findet jedes Jahr eine Maiandacht statt.

Den größten Teil der Accessoires, Stelen und Säulen hat er selbst gebaut. Dekoratives von der Stange komme dem Ehepaar nicht in sein Paradies. Sechs alte Mühlensteine, elf Wasserspiele und sogar ein Wasserrad finden sich im Garten, den das Ehepaar seit 30 Jahren in der Pölinger Heide bewirtschaftet. Jeden Tag seien sie in ihrem „eigenen Heidepark zugange“, sagt Bories. „Der Garten ist unser Lebenswerk, das wohl nie ganz fertig wird.“

Den größten Teil nimmt der Teich an der östlichen Grenze ein. Gleich zwei Brücken, die eine acht, die andere fünf Meter lang, führen über die Wasserfläche zum Lieblingsplatz der Eheleute: zur Terrasse unter der 20 Meter hohen Trauerweide. Dort verbringen Martha und Franz Bories ihre Nachmittage. Der Baum spendet Schatten und sorgt für angenehme Temperaturen. Sofern Bories Zeit findet, diese Idylle zu genießen. In der Regel heißt es: 16.30 Uhr Schluss mit Gartenarbeit. Meistens werde es aber 18.30 Uhr. „Ich arbeite im Paradies, da macht mir die Arbeit nichts aus“, sagt er.

Mit seiner Gartenliebe hat das Ehepaar auch seine Tochter Bettina Schulenberg angesteckt. Von den 3200 Quadratmetern bewirtschaftet sie etwa ein Drittel an der westlichen Grenze, das in drei Abschnitte unterteilt ist.

Im vorderen Teil hat sie Gartenzimmer im englischen Stil angelegt. Dahinter befindet sich ein Staudengarten, angelehnt an den Stil des holländischen Landschaftsgärtners Piet Oudolf, der unter anderem den gräflichen Garten in Bad Driburg gestaltet hat. Zwischen fünf und sechs Jahre vergehen schon einmal, bis Bettina Schulenberg mit Planung und Durchführung zufrieden ist. Zeit und Aufwand, die sich beim Anblick des Gartens der Familie Bories in jedem Fall lohnen.

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