Dichtungsring geht an Dieter Lohmann
Das Bild zeigt (v. l.) Moderator Klaus Höfer, Dichtungsring-Gewinner Dieter Lohmann aus Beelen, Wilfried Mutz aus Warendorf (zweiter Platz), Edith Barth, Vorsitzende des Kulturvereins Alte Brennerei Schwake, Mauritius Mense aus Enniger (dritter Platz) und Moderator Klaus Metker. 

In entspannt heiterer Atmosphäre wetteiferten die „lyrischen Breitensportler“, so Klaus Höfer in seiner Anmoderation, um die wertvolle Siegestrophäe, die nach rund drei Stunden einen verdienten Abnehmer fand: Dieter Lohmann aus Beelen.

Mit seinen „Alltagsreimen zum Anfassen“ wusste der pensionierte Hauptschullehrer zu gefallen und unterstrich zudem, dass eine professionelle Vortragsweise nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Köstlich sein entlarvender Blick auf die verbissen entspannten Eltern, die den prä- und postnatalen Werdegang ihres Sprösslings mit zeittypischem Ratgeberunfug begleiten; nicht weniger amüsant der Nerven und Euro raubende Anruf im Callcenter oder das Drama um einen ungebetenen Dauergast namens Tinnitus. Dieter Lohmann kennt das Gefühl, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Nach 2003 und 2005 ist es das dritte Mal, dass er die meisten Dichtungsringe sammeln konnte. Doch kein Grund abzuheben, wie er in Anlehnung an Eugen Roth glaubhaft versicherte: „Der Mensch bleibt irdisch beim Erzählen / Sein Dichterhimmel liegt in Beelen.“ Der Warendorfer Wilfried Mutz zählt ebenfalls zu den kampferprobten Dichtungsringern. Wie würden Sie reagieren, wenn ein Elfenbeinschnitzer Ihren Auftrag mit dem gereimten Hinweis ablehnte, ihm seien die Elfen ausgegangen? Wahrscheinlich genauso verblüfft und amüsiert wie die 26 Juroren aus dem Publikum, die ihren Ring in das Kästchen mit der Nummer Sieben warfen und Wilfried Mutz zum Vize-Meister kürten.

Mauritius Mense aus Enniger durfte sich über den dritten Platz freuen. Er brachte mit Esel, Hund und Katze gleich drei Mitglieder einer norddeutschen Musikformation auf die Bühne und stellte mit Spinne, Fliege und Mücke die reduzierte B-Mannschaft des bekannten Quartetts vor. Indem er seine knackigen Verse durch tiersprachliche Lautmalereien belegte, bewies er zusätzlich schauspielerisches Talent.

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