Drei Jahre Haft für 31-Jährigen 
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Drei Jahre Haft wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Diese Strafe hat das Ahlener Schöffengericht gestern gegen einen 31-jährigen Pakistaner verhängt, der zum Tatzeitpunkt in Ennigerloh lebte.
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 Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 30. April 2017 einen damals 47-jährigen Sassenberger auf dem McDonald’s-Parkplatz in Ahlen erheblich verletzt hatte („Die Glocke“ berichtete). Die Folgen waren gravierend. Das Opfer ist dauerhaft seelisch und körperlich schwer beeinträchtigt. Der Grad der Behinderung beträgt 60 Prozent.

Nach einer Reihe von Zeugenaussagen hatte die Staatsanwältin keine Zweifel mehr am Angriff des 31-Jährigen auf das Opfer und an den Tritten in den Rücken, Bauch und Unterleib. Die Version des Angeklagten, er habe den anderen mit den Füßen lediglich abwehren wollen, sei widerlegt. Der Pakistaner sei von dem Opfer über Monate provoziert und bedroht worden, erklärte die Staatsanwältin. Das rechtfertige aber nicht die Tat. Sie beantragte eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren.

Auch für den Anwalt des Nebenklägers war der Angriff auf seinen Mandanten klar erwiesen. Das habe der Angeklagte ursprünglich bei der Polizei und bei seinem früheren Rechtsanwalt eingeräumt. Wäre er bei dieser Version geblieben, hätte er dem Opfer viel weiteres Leid im Prozess und in dessen Vorfeld erspart, erklärte er.

Der Verteidiger räumte die Tritte seines Mandanten ein. Dieser habe die schlimmen Folgen aber niemals gewollt. Beim zufälligen Treffen auf dem Parkplatz habe der 31-Jährige aus Angst und Zorn die Nerven verloren. Er habe fast zwei Jahre unter dem Stalking, den Drohungen und Beleidigungen des späteren Opfers gelitten. Als das dann noch den Sohn des Pakistaners bedroht habe, habe er das nicht mehr ertragen. Wegen dieser Vorgeschichte, dem vorbildlichen Leben des unbescholtenen Angeklagten und seiner am Ende noch vorgetragenen Entschuldigung sei es ein minderschwerer Fall und eine Bewährungsstrafe von 14 Monaten angemessen, erklärte der Verteidiger.

Das beurteilte das Gericht anders. Die Folgen des Angriffs seien gravierend. Die Tritte hätten lebensgefährlich sein können. Die späte Entschuldigung, sagte die Richterin, „war kein von Reue getragenes Geständnis“. Zwar habe der Sassenberger den Pakistaner massiv verfolgt, beleidigt und dessen Kind bedroht. Doch Ausgangspunkt des Dramas sei die Sex-Affäre des Angeklagten mit einer Arbeitskollegin gewesen – der Ehefrau des späteren Opfers.

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