Drubbelstele kehrt zurück nach Ennigerloh
Bild: Junker
Sie haben die Drubbelstele zurück nach Ennigerloh geholt und den Femebrunnen auf Vordermann gebracht. Nun laden sie zum Fest in den Drubbel für Mittwoch, 1. Mai, ein: (v. l.) Walter Witte, Ingo Rampelmann, Klaus Tradt, Lothar Kamt und Wolfgang Emunds.
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Zusammen mit vielen Unterstützern hat sich Wolfgang Emunds dafür eingesetzt, dass die vom Ennigerloher Bildhauer Wolfgang Lamché gestaltete Drubbelstele sowie eine Bronzetafel zum Freistuhl und Hellweg, der von Paderborn über Soest, Beckum und Ennigerloh nach Warendorf führte, künftig ihre Plätze im historischen Drubbel bekommen.

Teil des Hellwegs noch erhalten

Die Ennigerloher Heimatforscher Willi Höner und Dr. Erich Tradt haben die Geschichte des Femegerichts untersucht. Danach war Ennigerloh seit Karl dem Großen (768 bis 814) Sitz eines Femegerichts, der das Grafengericht (Freigericht) reformierte. Seit dem 13. Jahrhundert trug es den Namen Femegericht. Ab dieser Zeit mussten alle Richter, der Freigraf als Vorsitzender sowie die Schöffen alle Missetaten dem Gericht anzeigen, wie heute die Staatsanwaltschaft. Das Gericht war bei Rechtsverweigerung und „todeswütigen“ Verbrechen wie etwa Mord zuständig. „Femegerichte waren typisch für Westfalen“, sagt Klaus Tradt. „Sie waren praktisch die Vorläufer der Schöffengerichte“, ergänzt Walter Witte. Das Gericht tagte nur unter freiem Himmel. Der Gerichtsplatz (Freistuhl) war in der Regel an der Königsstraße (Hellweg).

Ein Teil des Hellwegs, an dem sich der Freistuhl (Gerichtsplatz des Femegerichts, siehe Hintergrund) befand, ist noch erhalten. Er befindet sich zwischen Restaurant Hubertus und Heimathaus. „Dort, wo heute das Restaurant steht, stand der Freistuhl“, sagt Wolfgang Emunds.

Jahrelang war die Drubbelstele im Besitz des Heimatforschers Dr. Erich Tradt, der sie von seiner Ehefrau geschenkt bekommen hatte. Mit der Zeit ging sie in den Besitz seines Sohnes, des Ennigerloher Notars und Rechtsanwalts Klaus Tradt, über. „Sie stand zuletzt bei uns im Garten in Warendorf“, sagt Tradt. Nun kehrt sie in die Drubbelstadt zurück.

Die 1,60 Meter hohe Stele aus Kalksandstein trägt die gleiche Inschrift wie der Ennigerloher Femebrunnen, der von Ingo Rampelmann und Lothar Klamt zum 1. Mai wieder auf Hochglanz gebracht wird.

Drubbelfest mit buntem Programm

Zur Feier der Rückkehr haben die Organisatoren ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Eröffnet wird das Fest am 1. Mai um 14 Uhr von Bürgermeister Berthold Lülf. Anschließend wird Nachtwächter Walter Witte das Femegericht in den Blick nehmen, ehe die Stele und die Bronzetafel feierlich enthüllt werden.

Zum bunten Rahmenprogramm gehören ein Oldtimer-Treckertreff sowie Traktorfahrten durch den historischen Ortskern und musikalische Unterhaltung. Für das leibliche Wohl zeichnen die Drubbelwirte des Restaurants Hubertus und der Pizzeria Aroma verantwortlich, die die Besucher mit Gegrilltem, Kaffee und Kuchen sowie italienischen Köstlichkeiten und Kaltgetränken versorgen werden.

Alle Interessierten sind zum Drubbelfest eingeladen.

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