Eier sind besser, als ihr Ruf besagt
Bild: Rautenstrauch
Eier seien wahre Kraftpakete und für die Ernährung nicht so schlimm, wie ihr Ruf vorgebe, meint die Ennigerloher Ernährungsberaterin Daniela Brand. Wer gesund ist, dürfe an Ostern auch mehr Eier essen als sonst.
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 „Die Glocke“: Jeden Tag ein Ei und sonntags auch mal zwei: Ist diese Weisheit in Zeiten von Massentierhaltung und Problemen mit Cholesterin überholt?

Daniela Brand: Zum Glück bezieht sich diese Weisheit eher auf das Legen und nicht auf das Verzehren der Hühnereier. Eier sind allerdings für unsere Ernährung nicht so schlimm wie ihr Ruf. Zwei bis drei Stück dürfen es pro Woche sein, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). In der Massentierhaltung wiederum ist die Debatte um das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftlichkeit und moralischen Verpflichtungen sicherlich noch nicht vom Tisch.

„Die Glocke“: Sollten bestimmte Personen der Gesundheit zuliebe auf den Verzehr von Eiern verzichten?

Daniela Brand: Menschen mit erhöhten gesundheitlichen Risikofaktoren sollten auf eine cholesterinbewusste Ernährung achten. Aber auf den genussvollen Eierverzehr müssen sie nicht verzichten. Das Cholesterin aus Nahrungsmitteln wirkt sich nämlich nur gering auf die Blutfettwerte aus. Vielmehr sind vor allem die genetische Veranlagung sowie der übermäßige Verzehr von versteckten Fetten für hohe Cholesterinwerte verantwortlich. Neben Cholesterin enthält das Hühnerei moderate Mengen Arachidonsäure. Aus dieser Fettsäure werden Entzündungsfaktoren gebildet, die zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen eine ungünstige Rolle spielen. Rheumatikern wird daher empfohlen, im Alltäglichen die empfohlene Verzehrsmenge für Eier nicht zu überschreiten. Arachidonsäure ist zudem in fettreichem Fleisch und Wurstsorten enthalten.

„Die Glocke“: Ist es an Ostern ausnahmsweise erlaubt, mehr Eier zu essen als sonst?

Daniela Brand: Zur Osterzeit steigt meist der Verzehr des symbolträchtigen Lebensmittels. Der gesunde Organismus verkraftet einen einmalig höheren Eierverzehr. Wichtig ist vielmehr, wie ausgewogen, vielseitig und genussvoll die tägliche Ernährung ist. Dabei sollte sich der Genuss nicht darauf beziehen, möglichst viel von einem Lebensmittel zu essen.

„Die Glocke“: Ist ein Ei besser, wenn der Dotter besonders gelb ist?

Daniela Brand: Die Dotterfarbe wird durch das Hühnerfutter beeinflusst. Pigmentfarbige Futtermittel wie Mais geben dem Dotter eine kräftige gelbe Farbe. Dabei ist der stärker gefärbte Dotter aber nicht gesünder als ein blasser.

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