Engel mit Hammer und Schraubenzieher
Bild: Helmers
Im ersten Jahr war der Senioren-Handwerkerdienst 54 mal in Ennigerloh und den Ortsteilen unterwegs. Inzwischen sind die Ehrenamtlichen zu fünft: (v. l.) Günter Beste, Dieter Janköster, Hermann Koop, Hans Lütkemöller und Walter Morawetz.
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Ihre Arbeitsplätze sind Wohnzimmer, Küche und Hausflur. Ihre Motivation ist es, Menschen mit kleinen Gefallen eine große Last abzunehmen. Ihr Dank dafür: eine Tasse Kaffee und das Gefühl, Gutes getan zu haben.

„Wir merken, wie viel Freude wir den Menschen bereiten, wenn wir ihnen helfen“, sagt Günter Beste. „Das ist das Schönste für uns.“ Mit ihm sind Walter Morawetz und Hermann Koop vor einem Jahr mit dem Angebot gestartet. Inzwischen gehören auch Hans Lütkemöller und Dieter Janköster zum Team.

Vor allem ältere Menschen sind froh, wenn sie die technisch begabten Männer rufen können. Dabei legen die Handwerker auch mal ihr Werkzeug beiseite und erklären ihren Kunden, wie die neue Fernbedienung funktioniert. „Das sind nur Kleinigkeiten“, sagt Walter Morawetz. „Aber sie machen die Menschen glücklich.“

Auch den Ehrenamtlichen tut der Dienst am Nächsten gut. „Ich möchte raus aus meiner Wohnung und etwas tun“, erklärt der Maschinenbau-Ingenieur im Ruhestand, Dieter Janköster. „Meine Frau und meine Kinder sind gestorben, ich bin allein.“

Alle Senioren-Handwerker sind Fachleute – sie haben in technischen und handwerklichen Berufen gearbeitet. Einer von ihnen ist noch berufstätig, vier sind im Ruhestand. Doch

Die Ehrenamtszentrale Ennigerloh hat den Senioren-Handwerkerdienst vor einem Jahr ins Leben gerufen. Das Angebot richtet sich vor allem an ältere Bürger, Alleinerziehende und Menschen, die sich wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht selbst helfen können. Wer die Senioren engagiert, muss die Materialkosten tragen und eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 3 Euro zahlen. Die Ehrenamtlichen können unter 02524/286666 gerufen werden
auch wenn sie mit vielen Arbeiten vertraut sind, nehmen sie nicht alle Aufträge an. „Sie wollen keinem Fachunternehmen auch nur einen Auftrag entziehen“, betont der Ennigerloher Bürgermeister Berthold Lülf. Drei Aufträge wurden im ersten Jahr abgelehnt: Die Putzarbeiten im Keller, die Reparatur der Teichpumpe und die lockeren Bodenfliesen wurden Profis überlassen.

Auch Aufgaben, für die der Vermieter zuständig ist, werden abgelehnt. Das betraf einen zu befestigenden Badewannengriff und den Umbau einer Türklingel. „Damit würden wir uns ins Mieterverhältnis einmischen“, sagt Ralf Schindler, der den Senioren-Handwerkerdienst als Leiter der Ehrenamtszentrale ins Leben gerufen hat.

Bei ihren Einsätzen lassen die Männer nicht nur Muskeln, sondern auch ihre Fantasie spielen. Wie macht man eine schwere Orgel beweglicher? „Wir haben sie mit einem Wagenheber angehoben“, sagt Günter Beste und lacht. „Dann haben wir unter dem Instrument Rollbretter montiert.“

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