Ennigerloher sammeln 840 Kilogramm Müll
Bild: Fietz
Mit Handschuhen, Warnwesten und Routenplänen sind mehr als 30 Helfer am Samstag auf dem Marktplatz in Ennigerloh ausgestattet worden. Dann ging es los, um die Stadt von Müll zu befreien.
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Auf dem Markplatz in Ennigerloh werden die Helfer am Samstag mit Handschuhen, Westen und Mülltüten ausgestattet. Bei der „100 Besen Aktion“ soll sich schließlich niemand verletzen. Der zweijährigen Lisa ist das Gewimmel nicht ganz geheuer. Sie drückt sich an ihren Papa Tobias Schwämmle, der fertig ausgerüstet auf den Rest seiner Gruppe wartet.

An der Bundesstraße liegt immer viel Müll

Unter Federführung der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises (AWG), der Stadt Ennigerloh, der Kolpingfamilie, den Mühlenfreunden und der Hubertus Schützengilde sammelten die Helfer 840 Kilogramm Müll in drei Stunden. „Vor allem an der Bundesstraße liegt immer viel Müll“, berichtet Marianne Kirsch und streift die Handschuhe über. Sie nehme auch auf Spaziergängen so oft wie möglich eine Tüte mit, um Unrat einzusammeln.

Tobias Schwämmle bildet mit Lisa sowie Birgit Fitz-Nordberg und deren Tochter Janda eine Sammeltruppe. Lisa bummelt entspannt hinter den anderen her, während ihr Vater sich immer wieder bückt, um Plastikflaschen, Taschentücher und Kronkorken aufzuheben. „Ob hier vielleicht einer anfängt und dann alle denken, das hier ist ein öffentlicher Mülleimer?“, fragt Birgit Fitz-Nordberg ärgerlich und holt mit dem Greifer einen Einwegkaffeebecher aus dem Dornenbusch. „Es ist Wahnsinn, wie viel Plastik wir im Alltag verbrauchen“, sagt sie. Aus diesem Grund versuchten sie zuhause, auf so viel Plastik wie möglich zu verzichten.

Mit Bulli werden Müllsäcke von Sammelpunkten abgeholt

Auf der anderen Straßenseite hat Tobias Schwämmle einen Haufen Scherben entdeckt: Die Überreste eines Nutellaglases, der Löffel mit einem Rest Nuss-Nougat-Creme liegt daneben. Die Erwachsenen klauben die Scherben auf. Lisa inspiziert fröhlich die Blumenbeete. Bald sind sie am ersten Müllsammelpunkt angekommen, wo sie den nach drei Straßen bereits vollen Müllsack abstellen. Dieser wird dort von Ingo Rampelmann eingesammelt, der mit einem Bulli die Routen der Sammler abfährt. Er ist seit Beginn der Aktion jedes Jahr dabei und kann sich gut an den Namensursprung erinnern. „Damals wurde uns als Spende ein ganzer Anhänger voller Besen geliefert –zum Müllsammeln eigentlich unbrauchbar, aber nachher hat sich jeder über einen neuen Besen gefreut“, erzählt er lachend.

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