Ergreifendes Gotteslob der Kapellknaben
In der St.-Mauritius-Kirche in Enniger sind die Dresdner Kapellknaben am Montagabend zu Gast gewesen. Die Zuhörer zeigten sich begeistert von dem Konzert.

Hohe Erwartungen hatte Bernhard Gallenkemper im Namen des Kirchenvorstands geweckt. Sie wurden in dem eineinhalbstündigen Konzert erfüllt.

Matthias Liebich, seit 18 Jahren Dirigent der etwa 50 zwischen 9 und 19 Jahre alten Sängerknaben, wusste, was er dem wohlgeschulten Chor zumuten konnte. Und so hatte er ein dreiteiliges Programm entwickelt, das vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart reichte und in seiner Thematik dem strengen geistlichen Auftrag der Kapellknaben entsprach.

 Schon die vier- bis achtstimmigen A-cappella-Chöre des ersten Teils, unter denen Säulenheilige der Barockmusik wie die Komponisten Heinrich Isaac, Heinrich Schütz und Gregor Aichinger nicht fehlen durften, offenbarten die Qualität der Sängerschar: ihr ausgeglichener Chorklang, in dem die glockenhellen Soprane zumeist stimmführend über den grundierenden Männerstimmen schweben, die Sauberkeit der Intonation und der unverbraucht frische Sound.

Das Ergebnis zielbewusster Chorpädagogik präsentierten die Kapellknaben mit oftmals virtuoser Bravour im zweiten Teil, als die oft schwierig verschlungene Polyphonie neuerer Kompositionen gefragt war.

In froher Liedhaftigkeit erklang wie ein Bekenntnis des Chors „Man singt mit Freuden“ von Walter Kraft, während Eberhard Wenzels „Bittet, so wird euch gegeben“ ebenso ans Herz rührte wie Maurice Duruflés „Ubi caritas et amor“. Mit höchster Vollendung gelang den Dresdnern ihr wohl spektakulärstes Stück, das „Ave Maria“ des finnischen Zeitgenossen Jaakko Mantyjärvi.

Da profilierten sich die dunklen Männerstimmen über raunendem Chorgewisper, ehe das seltsame Werk im Sprechgesang des Gebets „Dona nobis pacem“ endete.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch auf der Ennigerloher Seite der „Glocke“.

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