Flagge zeigen gegen Umgehungsstraße
Bild: Wille
Mitten im Grünen, in der Nähe der Angel in Ennigerloh, könnte die Umgehungsstraße zwischen Ennigerloh-Süd und Neubeckum verlaufen. Dass die Straße, die ursprünglich östlich des Steinbruchs verlaufen sollte, jetzt in unmittelbarer Nähe ihres Wohngebiets gebaut werden soll, verärgert die Anwohner (v. l.) Beatrice Metivier-Kapteina, Joachim Kapteina, Nicole Reckersdrees, Dirk Reckersdrees, Andreas Wiegeler und Christian Austermann. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet
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Sie wollen, dass ihre Stimme gehört wird. Unterhalb der Angelstraße und teilweise parallel zur Wulfsbergstraße könnte schon bald die neue Umgehungsstraße zwischen Ennigerloh-Süd und Neubeckum gebaut werden. Für die Anwohner der Germaniasiedlung wäre das ein Alptraum. „Die Lebensqualität geht verloren“, betont Dirk Reckersdrees. Dass er von seinem Garten aus vielleicht bald auf eine stark befahrene Umgehungsstraße schauen muss, will er sich gar nicht vorstellen. Zusammen mit seiner Frau Nicole Reckersdrees, den Anwohnern Joachim Kapteina, Beatrice Metivier-Kapteina, Andreas Wiegeler und Christian Austermann hat er in den vergangenen Wochen die Klinken in der Nachbarschaft geputzt, um Unterschriften zu sammeln. Die Gruppe ist von Tür zu Tür gegangen, um ihre Nachbarn aufzuklären, dass in ihrer unmittelbaren Nähe bald eine Umgehungsstraße gebaut werden könnte. Als sie auf die geänderte Trassenführung der Umgehungsstraße aufmerksam gemacht haben, seien viele „baff gewesen“, sagt Andreas Wiegeler.

„Alte Trassenführung die bessere“

Ursprünglich sollte die Umgehungsstraße zwischen Ennigerloh-Süd und Neubeckum östlich des Naturschutzgebiets am Steinbruch verlaufen, jetzt westlich davon. „Wir sind der Meinung, dass für alle Beteiligten die alte Trassenführung – auch für die Anwohner der Neubeckumer Straße und der Elsasiedlung – die bessere wäre“, betont Joachim Kapteina. Von der neuen Straßenführung seien die Wulfsberg-, Pionier-, und die Angelstraße sowie viele landwirtschaftliche Flächen betroffen. „Das würde für alle eine Lärm- und Abgasbelästigung und eine erhöhte Verkehrsdichte bedeuten“, erklärt er. 160 Unterschriften hat die Gruppe bereits gesammelt, weitere sollen folgen. „Wir wollen Flagge zeigen“, betont Nicole Reckersdrees.

Gespräch mit dem Bürgermeister

Die Gruppe hat bereits einen Termin mit Bürgermeister Berthold Lülf vereinbart, um ihm die Unterschriften zu überreichen. Sie möchte dem ersten Bürger der Stadt erläutern, warum sie mit der neuen Trassenführung nicht einverstanden ist. „Man hat sich bewusst dafür entschieden, hier zu bauen, weil es so ruhig ist“, sagt Andreas Wiegeler. „Außerdem gehen hier viele Leute spazieren. Das wird den Ennigerlohern jetzt genommen“, kritisiert Christian Austermann.

Hintergrund

Die beiden Ortsumgehungen Ennigerloh-Süd/Neubeckum und Westkirchen, die eine Gesamtlänge von 17,2 Kilometern haben, haben im Bundesverkehrswegeplan 2030 eine hohe Bewertung erhalten und wurden als Straßen mit vordringlichem Bedarf eingestuft. Die Umgehung zwischen Ennigerloh-Süd und Neubeckum soll nach neusten Planungen westlich des Naturschutzgebiets realisiert werden.

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