Flüchtlingszahl fast verdoppelt
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Deutlich mehr Menschen, die aus Krisengebieten stammen, suchen Hilfe in Deutschland. Dadurch muss Ennigerloh fast doppelt so viele Flüchtlinge aufnehmen wie in den Vorjahren.
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Die Zahl der Hilfesuchenden aus Krisengebieten habe sich fast verdoppelt, sagt Ralf Schindler, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales. „106 Flüchtlinge leben in Ennigerloh. In den vergangenen Jahren waren es jeweils knapp 60. Und wir gehen davon aus, dass uns bis Jahresende noch weitere 20 zugewiesen werden.“

Die Stadt ist verpflichtet, den Flüchtlingen, die hauptsächlich aus dem arabischen Raum kommen, eine Unterkunft zu bieten. „Für 80 Menschen haben wir 19 Wohnungen im Stadtgebiet angemietet“, erklärt Ralf Schindler. „Und 13 Personen haben selbst Mietverträge abgeschlossen. Sie alle erhalten Zahlungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz, zu dem auch die Krankenhilfe gehört.“

Weitere 13 Flüchtlinge seien bei ihren Angehörigen untergebracht. Für sie müsse die Stadt nur die Krankenhilfe zahlen. Allein diese Kosten, die bei Arztbesuchen entfallen, würden am Ende des Jahres für alle Flüchtlinge voraussichtlich 196 000 Euro betragen, schätzt Schindler. Für die Krankenhilfe gibt es ab 2015 einen Solidarfonds, in den die Städte und Gemeinden des Kreises Warendorf eine Pauschale einzahlen. Das soll das finanzielle Risiko der einzelnen Kommune abmildern.

Die Kosten seien ein Problem, betont Ralf Schindler. „Wir erhalten eine Aufwandspauschale des Landes, aber sie deckt nicht einmal die Hälfte.“ Wohnraum sei jedoch bislang genügend vorhanden, vor allem bei der Städtischen Baugesellschaft. „Zu ihr stehen wir in engem Kontakt.“ Im kommenden Jahr könne auch ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Firma Heidelberg Cement genutzt werden. „Wir müssen dafür noch Auflagen erfüllen, die vor allem den Brandschutz betreffen.“

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