Französischer Lehrling backt in Ostenfelde
Bild: Rautenstrauch
Typisch französische Baguettes backen (v. l.) Theo Westarp, Maxim Lagrange und Stefanie Darga (24) in diesen Tagen in der Dorfbäckerei. Maxim Lagrange ist ein 18-jähriger Bäckerlehrling aus Orleans, der für drei Wochen den Handwerksbetrieb in Ostenfelde kennenlernt. Den Austausch hat die Handwerkskammer Münster organisiert.
Bild: Rautenstrauch

 Organisiert von der Handwerkskammer Münster und der Handwerkskammer Orleans findet zum ersten Mal ein Austausch von Auszubildenden der beiden Nachbarländer statt. Als einer von zwölf Handwerksbetrieben im Münsterland nimmt die Dorfbäckerei in Ostenfelde daran teil.

Theo Westarp probiert gern neue Rezepte für Brot, Kuchen und Co. aus. „Ich finde es wichtig, auch einmal über den Tellerrand zu schauen. Um den Geschmack der Kunden zu treffen, hole ich mir gern Anregungen von Kollegen. Eine gute Gelegenheit dafür bietet auch der Lehrlingsaustausch.“

Im Oktober vergangenen Jahres ist Stefanie Darga, Lehrling in Westarps Backstube, zu Gast in Orleans gewesen. Vor zwei Wochen bekam die Dorfbäckerei nun mit Maxim Lagrange Verstärkung aus Frankreich. Der 18-Jährige ist besonders von der Auswahl der deutschen Brote begeistert, die er hier kennengelernt hat. Vor allem Schwarzbrot, dunkle Sorten und mit ganzen Körnern versetzte Brote kannte er bisher nicht. In Frankreich werde Brot zu 95 Prozent mit Weizenmehl gebacken, weiß Theo Westarp. „Bei uns in Deutschland sind es durchschnittlich nur 40 Prozent Weizenmehl, dafür aber 60 Prozent Roggenmehl.“

Bäckerlehrling Stefanie Darga aus Ennigerloh, die drei Wochen in einer französischen Bäckerei gearbeitet hat, weiß, wie wichtig das Baguette für Franzosen ist. „Der Teig ruht 24 Stunden vor dem Backen. Und französische Baguettes sind dünner als deutsche und werden dort den ganzen Tag über stündlich frisch gebacken, denn die Franzosen essen sie zu jeder Mahlzeit.“

Maxim Lagrange verständigt sich auf Englisch mit seinen Kollegen in Ostenfelde. Theo Westarp erklärt: „Es war uns wichtig, ihn in alle Tätigkeiten in der Backstube einzubeziehen. Er hat normal mitgearbeitet – das war sozusagen learning by doing.“ Oder auf Französisch übersetzt: apprendre en faisant!

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