Gasthof Badde schließt, eine Ära endet
Bild: Schomakers
Eine mehr als 300-jährige Geschichte hatte der Gasthof Badde in Westkirchen, den zuletzt Ulrich und Ulrike Badde führten. Mit der Schließung endet die Ära des ältesten Gasthofs im Kreis Warendorf.
Bild: Schomakers

Der heutige Inhaber Ulrich Badde führte zuletzt zusammen mit seiner Ehefrau Ulrike den Gasthof nach dem Tod seines Vaters Theo im Jahr 1992 weiter. Ein verblichenes Fensterbild in der Gaststätte gibt zu erkennen, dass der Gastwirt Johann Badde „Anno 1729“ Maria Schwartze heiratete. Zu dieser Zeit firmierte der Gasthof in Westkirchen unter den Namen „Drie Kronen“. Anhand von Unterlagen im Dorfarchiv kann die Familiengeschichte bis in das Jahr 1650 zurückverfolgt werden.

Für viele Westkirchener ist ab 1952 die Gasthofgeschichte noch gut nachvollziehbar. „In dem Jahr löste mein Vater meine Oma als Wirtin ab. Vorher hat er in den Condor-Werken eine kaufmännische Ausbildung absolviert und war als kaufmännischer Mitarbeiter beschäftigt, berichtet Ulrich Badde. Mit seiner Mutter, die alle nur Lilli nannten, einer gelernten Hauswirtschafterin, bauten sie die Gastwirtschaft mit einer gut laufenden Küche auf.

In den insgesamt 50 Jahren, in denen die Eheleute den Gasthof führten, wurden dort viele Feste, Familienfeiern und Gesellschaften gefeiert. Für viele Vereine war der Gasthof Badde in Westkirchen ein Stück Heimat. Darüber hinaus gab es dort viele Kreistreffen. Als Westkirchen noch selbstständige Gemeinde war, seien wichtige politische Entscheidungen für das Dorf im Gasthof getroffen worden, sagt Badde.

Um an der Ausschreibung „Schönstes Dorf des Landes Nordrhein Westfalen“ teilnehmen zu können, setzte sich der damalige Bürgermeister Clemens Ruhe für die Gründung eines Heimatvereins ein. In der Vorstandssitzung am 26. Oktober 1972 regte der Wirt und Mitglied des neuen Heimatvereins, Theo Badde, an, sich intensiv für den Erhalt der vom Abriss bedrohten Mühle als Wahrzeichen und Denkmal Westkirchens einzusetzen, heißt es in der Chronik der Natur- und Heimatfreunde Westkirchen.

„Mein Vater gab viele Anregungen für die Dorfentwicklung“, sagt Ulrich Badde rückblickend. Selbst lebt er in Stromberg und war 30 Jahre lang Leiter der dortigen Volksbank. Zusammen mit seiner Ehefrau freue er sich besonders darüber, dass so viele Stammgäste noch jeden verbleibenden Öffnungstag nutzen wollen und auch mit Dankesworten von einer geliebten Tradition Abschied nehmen, betont Ulrich Badde.

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