Gefühl, als rollten Lkw durchs Haus
Bild: Schomakers
Diese schöne alte Holztür lässt sich nicht mehr öffnen, weil das Gebäude zur Straße hin sich gesetzt hat. Hausherr Franz Senger zeigt auf die Stelle, wo dies gut zu erkennen ist.  
Bild: Schomakers

Schon seit langem beobachtet der Ostenfelder einen wachsenden Schwerlastverkehr, der sich über die Bundesstraße L 793 durch das enge Dorfzentrum zwängt. Franz Senger, der direkt an der Kurve, dort, wo die Dorfstraße in den Margaretenplatz übergeht, ein schmuckes Fachwerkhaus bewohnt, überkommt oft das Gefühl, die schweren Lkw donnerten durch sein Wohnzimmer. Gefühlt trenne den über 80-Jährigen kein Meter von der Straße und den rollenden Straßengiganten. „Manchmal habe ich Angst im Wohnzimmer zu sitzen“, erklärt Franz Senger und zeigt dabei auf die Risse in der Wand. Es sind deutliche Spuren, die darauf hinweisen, dass hier ein Haus nach Jahrhunderten in Bewegung geraten ist.

 Die alte hölzerne Eingangstür kann er schon länger nicht mehr öffnen, weil sich das Haus gesetzt hat. Wer das im Jahr 1808 gebaute Fachwerkhaus betreten möchte, kann dies nur noch durch den Hintereingang. Franz Senger geht davon aus, dass es durch die vielen schweren Fahrzeuge zu Bodensenkungen kam und weiter kommen wird. Der Untergrund sei in diesem Bereich sandig, und der Straßenverlauf sei früher ein Bachbett gewesen. Das war kein Problem, als das Haus vor 200 Jahren gebaut wurde. Auch die Motorisierung im Fuhrverkehr wirkte sich zunächst nicht negativ aus. Doch inzwischen habe die Zahl und das Gewicht der Lkw Dimensionen erreicht, die Häuser beben ließen. Und der Verkehr dränge sich vermehrt durch die enge Dorfpassage. Teilweise mit beängstigender Geschwindigkeit durchführen auch große Fahrzeuge die engen Straßen. Dies habe Auswirkungen auf das mehr als 200 Jahre alte Fachwerkhaus.

Franz Senger führte schon Gespräche mit der Stadtverwaltung. Doch sie waren aus seiner Sicht nicht hilfreich. Auch dass das historische Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde, hilft nicht, weitere Schäden zu verhindern. Es gebe zwar Auflagen vom Denkmalamt, aber keine Hilfen für das erhaltenswerte Haus, das den Dorfkern mit prägt.

Franz Senger berichtet, dass seine Erfahrungen mit Behörden ihn vermuten ließen, dass auch künftig mit Hilfen von dieser Seite nicht zu rechnen sei.

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