Hat Perückenräuber weitere Überfälle begangen?
Mit der Zeugenvernehmung wurde am Mittwoch am Landgericht Münster der Prozess gegen den mutmaßlichen Perückenräuber fortgesetzt. Angeklagt ist ein 33-Jähriger. Ihm wird vorgeworfen wird, Tankstellen in Ennigerloh, Warendorf und Everswinkel überfallen zu haben.

Der Angeklagte aus Borchen bei Paderborn soll die Überfälle im Zeitraum von Januar bis April 2011 begangen haben.

Im Mittelpunkt des zweiten Verhandlungstags standen Aussagen von Polizeibeamten. „Sehr auffällig“ habe sich die Person verhalten, regelrecht verschanzt habe sie sich hinter dem Fahrzeug und dabei die Tankstelle beobachtet, berichtete ein 37-jähriger Beamter. Die Person, die dem Beamten im Zuge der Observierung einer Tankstelle in Sendenhorst aufgefallen war, wurde wenig später von Kollegen des 37-Jährigen festgenommen. Es war der 33-jährige Mann aus Borchen bei Paderborn.

„So verhält sich kein normaler Spaziergänger“

Weitere Polizisten berichteten von der Observierung der Sendenhorster Tankstellen und dem auffälligen Verhalten des Angeklagten („So verhält sich kein normaler Spaziergänger“), von den Durchsuchungen der Wohnung des Angeklagten und der seiner Mutter sowie des Autos seiner Lebensgefährtin.

Auch Taten im Paderborner Raum waren gestern Thema: Vom 13. bis zum 23. Januar habe es dort Überfalle auf drei Drogeriemärkte und eine Tankstelle gegeben, bei denen der Räuber wie bei den Taten im Kreis Warendorf eine rote Perücke getragen hat. „Die Serie hat mit dem Tankstellenüberfall am 23. Januar in Schloss Neuhaus geendet“, berichtete ein Polizist aus Paderborn dem Gericht. Der erste Überfall, der dem Angeklagten zur Last gelegt wird, hatte sieben Tage später in Everswinkel stattgefunden.

Kaufquittung lässt Zweifel an Aussage aufkommen

Bei der gestrigen Verhandlung ging es auch um eine Gas-Pistole. Der Angeklagte bestätigte, sie in einem Paderborner Geschäft gekauft zu haben. Dieser Kauf, das beweist eine bei der Hausdurchsuchung gefundene Quittung, hat am 25. Februar stattgefunden. Zu einem Zeitpunkt also, für den der Angeklagte angibt, außerhalb Deutschlands gewesen zu sein. Einen Grenzkontrollstempel gibt es dafür in seinem Pass nicht.

Die Waffe habe ein Kollege in dem Paderborner Geschäft umgetauscht. Dessen Namen aber wolle er aber nicht nennen, um ihm keine Schwierigkeiten zu bereiten, erklärte der Angeklagte. Seine Anwältin und der Vorsitzende Richter sagten dem Mann, dass eine Bestätigung dieser Aussage aber sehr wichtig sein könne.

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