Historisches Vorbild für Backhaus nutzen
Foto: Mühlenfreunde Ennigerloh
Ein Nachbau des Backhauses (Foto) auf dem Mühlenhof in Münster soll an der Ennigerloher Windmühle entstehen. Die Mühlenfreunde haben laut Mitteilung bereits im Vorjahr einen Förderantrag bei der Bezirksregierung auf Unterstützung des Projekts gestellt. Dieser sei nach zahlreichen Gesprächen auf einem guten Weg. Die mögliche Umsetzung werde aktuell durch zwei Arbeitsgruppen vorbereitet.
Foto: Mühlenfreunde Ennigerloh

Dabei orientieren sich die Mühlenfreunde einem Bericht zufolge an einem Ennigerloher Vorbild: einem Fachwerk-Backhaus aus der Hoest, das inzwischen auf dem Mühlenhof in Münster steht. Nach der Einweihung der Bockwindmühle dort im Jahr 1961 kamen nach und nach unter anderem ein Mühlenhaus, ein Speicher und eine Remise hinzu. 

Vorbild ist Backhaus aus der Hoest

Theo Breider vom Verein De Bockwindmüel war laut Mitteilung der Mühlenfreunde damals auf der Suche nach einem Fachwerk-Backhaus aus dem Münsterland. Ein Bäckermeister aus Ennigerloh gab ihm 1969 im Rahmen einer Besichtigung den Tipp, dass es in seiner Heimat ein solches Backhaus gebe. 

Breider fuhr daraufhin in die Drubbelstadt und wurde in der Bauerschaft Hoest fündig: Ein baufälliges Backhaus, erbaut im Jahr 1799, stand am Kotten Edelbrock – ab den 1900er-Jahren Baumeyer, dann Hagedorn, heute Jungnitz. Ein weiteres kleines Backhaus ist am Kotten Rüting (zuvor Kammerinke, heute Suntrup) zu finden. Dieses wurde erst kürzlich saniert. 

Panzergrenadiere halfen, das Backhaus nach Münster zu transportieren

Mit Baumeyer aber wurde sich Breider rasch einig: Für 1600 Deutsche Mark sollte das Backhaus den Besitzer wechseln. Theodor Frisch, Ennigerloher Bürger und Landrat im Kreis Beckum, hörte von dem Vorhaben und spannte den Kreistag ein: Dieser übernahm zusammen mit dem Kreisheimatverein die Kosten und spendete das Objekt dem Mühlenhof. Zudem nutzte Frisch laut Mitteilung seine Kontakte zur Ennigerloher Patenkompanie in der Bundeswehr-Kaserne Ahlen, sodass im August 1969 Panzergrenadiere beim Abbau des Backhauses in der Hoest halfen und dieses zum Mühlenhof nach Münster transportierten. 

Mühlenfreunde haben Förderantrag gestellt

An diesem heimischen Backhaus wollen sich nun die Mühlenfreunde orientieren und einen Nachbau davon mit alten Materialen in historischer Bauweise auf dem Mühlenanger errichten. „Kernstück des Baus soll ein Ofen werden, in dem dann auch Brot gebacken wird“, teilen die Verantwortlichen mit. Damit werde sich dann der Kreislauf vom Korn zum Brot rund um die Windmühle schließen. 

Die Mühlenfreunde haben dem Bericht zufolge bereits im Vorjahr einen Förderantrag bei der Bezirksregierung auf Unterstützung des Projekts gestellt. Dieser sei nach zahlreichen Gesprächen auf einem guten Weg. Die baulichen und backtechnischen Anforderungen und die mögliche Umsetzung würden aktuell durch zwei Arbeitsgruppen vorbereitet. Interessierte seien jederzeit willkommen. Das Projekt soll nach Bewilligung noch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Stadt Ennigerloh begonnen und bis 2022 umgesetzt werden.

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