Hoppeditz büßt brennend für jecke Sünden
Bild: Schomakers
Stadtprinz Martin I. Schaap vollstreckte das Urteil, das für Hoppeditz ein feuriges Ende bedeutete. Mit der traditionellen Hoppeditzverbrennung endet in Ennigerloh die Karnevalssession.
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Kurz nach dem Urteilsspruch auf der Terrasse des Stadtcafés brannte die Symbolfigur des Ennigerloher Karnevals lichterloh. Sie muss jedes Jahr für all die Sünden der amtierenden Narren büßen. Damit hat das jecke Treiben in der Drubbelstadt vorerst ein Ende. Die Liste der närrischen Sünden, die sich im Laufe der fünften Jahreszeit angesammelt haben, ist lang.

Katzenbus und falsche Farben

Die erste Standpauke bekam Cheffahrer Willi Hermeier. Er hatte die Jecken an Weiberfastnacht mit einem Katzenbus abgeholt. Beckums Kater Rumskedi zierte das närrische Gefährt, das Hermeier lenkte – im Tal der Angel ein Unding. Das autoritäre Gericht hatte in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt, dass es bei der Verhandlungsführung genauso bunt wie im Karneval zugehen kann. Wofür braucht man eine Verteidigung? Wenn überhaupt, wurde diese nach Stimmungslage zugelassen. Der Stadtprinz jedoch durfte sich keine Hoffnung darauf machen. Glaubte Stadtprinz Martin I. Schaap noch einen Moment, er könne sich vor dem hohen Gericht und vor allem vor den vielen anwesenden Narren rechtfertigen, fuhr ihm Richter Steiner barsch ins Wort: „Du hast schon genug gesagt. Du bist jetzt ruhig.“ Staatsanwalt Gnadenlos, Detlef Radke, witzelte, der Stadtprinz mit holländischen Wurzeln sei in vielerlei Hinsicht ein schwerwiegender Fall. Außerdem habe er eine Vorliebe für falsche Farben, immerhin sei er Fan des BVB. Zur Strafe stimmte Radke „Ohne Holland fahren wir zur EM“ an. Martin I. nahm die frechen Sprüche mit Humor.

Mangelnde Vorbildfunktion

Nicht nur das närrische Oberhaupt der Drubbelstadt musste dran glauben. Ingo Rampelmann musste sich zusammen mit Präsidiumsmitglied Holger Sergel den Vorwurf anhören, eine „mangelnde Vorbildfunktion“ zu haben. Dabei galt der Tadel eigentlich dem Präsidiumsmitglied Oliver Schulte, das nicht anwesend war. Der war zum ersten Termin nämlich ohne Mütze erschienen. „Ihr sollt Vorbild für die Jugend sein. Schreibt euch das hinter die Mütze“, forderte Richter Steiner.

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