„Ich habe Lust auf den Kulturschock“
Bild: Junker
Ein Jahr lang wird der 18-jährige Luis Laufmöller aus Ennigerloh als freiwilliger Entwicklungshelfer in Oudtshoorn im Süden Südafrikas Kinder und Jugendliche aus einem Township betreuen.
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Ein Aufenthalt als Au-pair oder Work-and-Travel (Arbeiten und Reisen) im Ausland kam für Luis Laufmöller nicht infrage. „Mir ist wichtig, dass ich nicht nur etwas für mich mache. Ich möchte etwas zurückgeben“, sagt der 18-jährige Ennigerloher.

Ein Jahr als Entwicklungshelfer in Südafrika 

Laufmöller, der kürzlich sein Abitur am Kopernikus-Gymnasium in Neubeckum gemacht hat, wird in zweieinhalb Wochen in den Süden Südafrikas nach Oudtshoorn in der Provinz Westkap, rund fünf Stunden entfernt von Kapstadt, reisen.

Ein Jahr lang wird er für den Verein Mundus - Eine Welt des Erzbistums Paderborn als Entwicklungshelfer im St.-Luigi-Care-Center im Oratorium des heiligen Philipp Neri in einem Township (Armutsviertel) arbeiten und dort Kinder und Jugendliche betreuen. Vielfach seien diese von Krankheit, Armut und Gewalt betroffen. „Im Care-Center können sie Kinder sein“, sagt Luis Laufmöller.

Care-Center vergleichbar mit Jugendzentrum

Nach der Schule kommen die Mädchen und Jungen ins Care-Center und erhalten dort täglich eine Mahlzeit und schulische Unterstützung. Zudem gibt es ein großes Freizeitangebot. Es sei vergleichbar mit einem Jugendzentrum, erklärt Laufmöller.

In Oudtshoorn wird er zusammen mit einer weiteren Freiwilligen aus Peru sowie Priestern und Schwestern für die Betreuung von bis zu 160 Mädchen und Jungen zuständig sein. Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit hat Laufmöller unter anderem als Betreuer auf Klassenfahrten von Förderschulen gesammelt. „Ich freue mich auf die Aufgabe“, betont der 18-Jährige, der ursprünglich nur drei Monate im Ausland verbringen wollte.

Gespräche mit ehemaligen Freiwilligen beim Vorbereitungsseminar hätten ihn überzeugt, für ein ganzes Jahr nach Südafrika zu gehen. Sie berichteten dem Ennigerloher von einer erfüllenden Zeit und Erfahrungen, die man sonst so nicht sammeln könne.

Komfortzone verlassen, neue Eindrücke sammeln

In den vergangenen Wochen hat sich Luis Laufmöller intensiv mit Südafrika und der 80 000-Einwohner-Stadt Oudtshoorn beschäftigt. Dabei habe er festgestellt, dass er sich auf sein Englisch nicht wie geplant verlassen könne, sagt er und schmunzelt. Der Großteil der Bevölkerung Oudtshoorns spricht Afrikaans, eine von elf Amtssprachen Südafrikas. Seitdem büffelt der 18-Jährige Vokabeln. „Ich freue mich wahnsinnig darauf, meine Komfortzone zu verlassen und neue Eindrücke zu gewinnen: Ich habe Lust auf den Kulturschock.“

„Ich wollte ein cooles Projekt“

Dass Luis Laufmöller als Entwicklungshelfer für ein Jahr nach Südafrika geht, war Zufall. Die Freiwilligen der Organisation Mundus - Eine Welt sind in Süd- und Lateinamerika, auf dem afrikanischen Kontinent und in Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Er habe sich das Land nicht ausgesucht, erklärt der Ennigerloher. „Ich wollte ein cooles Projekt.“ In Südafrika hat er es gefunden.

Mundus - Eine Welt bietet seit 2008 jungen Menschen die Möglichkeit, einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst zu leisten. Einsatzfelder seien etwa Kindertagesstätten, Schulen und die Sozialarbeit, heißt es auf der Internetseite. Bei den Freiwilligendiensten handele es sich um soziale Lerndienste, die einen Beitrag zur Verständigung zwischen Menschen, Gruppen und Völkern leisteten.

Luis Laufmöller sucht Sponsoren

Ziel sei es, interkulturelle Kompetenzen bei jungen Leuten zu fördern und zu stärken sowie ein Bewusstsein zu schaffen für Partnerschaftsarbeit und globale Zusammenhänge. Mundus - Eine Welt finanziert sich über Spenden und wird vom Bistum Paderborn unterstützt.

Luis Laufmöller sucht Sponsoren für das Projekt. Interessierte, die es unterstützen möchten, können sich an den Ennigerloher mit einer E-Mail an luislaufmoeller@web.de wenden.

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