Jagdhornblasen klappt nicht von heute auf morgen
Bild: Reploh
Christian Vier und Julius Overesch gehören zu den Jagdhornbläsern aus Ennigerloh, die ihr Können beim Kreiswettbewerb am Sonntag, 7. Juni, an der Mühle zeigen werden.  
Bild: Reploh

Ihr Können zeigen sie beim Kreiswettbewerb der Jagdhornbläser, der am Sonntag, 7. Juni, erstmals in Ennigerloh

Seit Wochen gibt es im Hegering Ennigerloh-Neubeckum nur noch ein Thema: den Kreiswettbewerb im Jagdhornblasen. Dieser Wettstreit findet im Kreis Warendorf seit 1961 statt, wird alle zwei Jahre ausgetragen und ist jetzt erstmals in Ennigerloh zu Gast. Am kommenden Sonntag, 7. Juni, um 11 Uhr geht es an der Ennigerloher Mühle los. Hegeringleiter Gerd Suermann und sein Vorstandsteam sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Mehr als 250 Jagdhornbläser aus dem gesamten Kreis Warendorf erwartet der Hegering. Und hofft zudem, dass viele Besucher zur Mühle kommen, zuschauen und zuhören. Bis etwa 16 Uhr treten die verschiedenen Gruppen in fünf Wertungsklassen an. Anschließend folgen das Kürblasen und die Siegerehrung. Der Hegering bietet allen Besuchern zudem sportliche Spiele auf dem Schulhof der Realschule an. Dazu gibt es Gegrilltes, kühle Getränke sowie Kaffee und Kuchen im Schatten der Mühle.

ausgetragen wird. Das Hobby sei eine Tradition, jagdliches Brauchtum, erklärt Karsten Menke. „Vor acht Jahren startete eine neue Bläsergruppe, und seitdem sind wir dabei.“ Vor vielen Jahrzehnten, als in großen Wäldern gejagt wurde, war das Horn das einzige Mittel der Verständigung unter den Jägern.

„Man muss sich eine Technik erarbeiten“

So hängen das Jagdhornblasen und das Jägerwerden oft zusammen. Jan-Bernd möchte einen Jagdschein machen, Julius hat ihn schon. Für ihn war der Weg zum Instrument ohnehin kurz. Denn: Seit 30 Jahren lernen alle Bläser des Hegerings Ennigerloh-Neubeckum bei seinem Vater Robert Overesch und treffen sich einmal pro Woche in der Bläserhütte am Hof Overesch. So manch schiefen Ton hat der Bläserkorpsleiter schon gehört, er ist aber verständnisvoll: „Man muss sich eine Technik erarbeiten, das geht nicht von heute auf morgen.“

Mittlerweile sind die Vier fester Bestandteil der großen Bläsergruppe des Hegerings. Sie präsentieren ihre Signale nicht nur auf Treibjagden der Umgebung, sie treten auch bei Festen auf und nehmen alle zwei Jahre am Kreiswettbewerb teil. Zuletzt siegten sie in der Wertungsklasse C und wurden damit Kreismeister. Jan-Bernd Sändker sagt: „Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Den fünf Wertungsrichtern, die die Bläser während der Kreismeisterschaft beurteilen, entgeht nichts. Es geht um das Gesamtbild der Gruppe, die Reinheit der Töne, das notengerechte Blasen.

“Begrüßung“ eins der schwierigsten Signale

Mit dem Erfolg im Rücken freuen sich die Vier auf den kommenden Sonntag. Heißt das automatisch Titelverteidigung vor heimischem Publikum? „Nein, so einfach geht das nicht“, sagt Karsten bescheiden. Als mittlerweile schon erfahrene Bläser treten sie in einer höheren Wertungsklasse an. Gemeinsam mit vier weiteren Aktiven der Bläsergruppe des Hegerings Ennigerloh-Neubeckum werden sie fünf Signale blasen. Dabei sein wird auf jeden Fall die „Begrüßung“. „Die Begrüßung ist mehrstimmig, lang und eins der schwierigsten Signale“, berichtet Julius Overesch. Es wird auf jeden Fall spannend. Die Jungs freuen sich. Natürlich auch auf den Ausklang in gemütlicher Runde. Denn der gehört zu jedem Bläsertreffen dazu.

SOCIAL BOOKMARKS