Jagdhunde von Steuer befreien
Symbolfoto: dpa
Mehrheitlich hat sich der Ennigerloher Hauptausschuss für eine Ergänzung der Hundesatzung ausgesprochen. Danach sollen Jagdhunde von der Steuer befreit werden.
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Die Verwaltung, die die Anfrage von Jagdhundbesitzern aufgegriffen hatte, begründet die Steuerbefreiung damit, dass die Hunde sowohl bei der Ausübung der Jagd als auch beim Aufsuchen von Unfallwild eingesetzt werden und somit Aufgaben des Jagdschutzes wahrnehmen. Des Weiteren gehöre etwa die „Nachsuche auf krankes Wild zum aktiven Tierschutz“ und sei somit eine „Aufgabe mit Verfassungsrang“, heißt es in der Vorlage. Die Verwaltung halte die Befreiung daher für geboten, sagte Bürgermeister Berthold Lülf.

„Wir stellen Jagd- mit Assisstenzhunden gleich“

Thomas Trampe-Brinkmann (SPD) kritisierte den Vorschlag. Die Hunde seien sicherlich Haltern zugeordnet, die die Jagd als Hobby ausführten und finanziell entsprechend gestellt seien. „Wir kommen hier in falsches Fahrwasser“, sagte Trampe-Brinkmann. Bislang sind unter anderem Hunde von der Steuer befreit, die der Satzung zufolge „ausschließlich dem Schutz und der Hilfe Blinder, Tauber oder sonst hilfloser Personen dienen“. „Wir stellen Jagd- mit Assisstenzhunden gleich“, erklärte er. „Wo ist das Ende? Müssten wir dann nicht auch Wachhunde von der Steuer befreien?“

Aufderheide (CDU): Steuerbefreiung gerechtfertigt

Georg Aufderheide (CDU) betonte dagegen die Bedeutung der Jagdhunde für die Hege und Pflege. „Wer soll es sonst machen? Die Befreiung ist gerechtfertigt“, sagte er.

Grundanforderung, um einen Jagdhund von der Steuer zu befreien, ist eine erfolgreich abgelegte Brauchbarkeits-, Leistungs- oder Verbandsprüfung sowie dessen Einsatz im jagdlichen Betrieb. Der Verwaltungsvorlage zufolge sind Jagdhunde somit mit einem Diensthund – beispielsweise bei der Polizei – vergleichbar. Darüber hinaus müsse der Halter einen Jagdschein besitzen. In Ennigerloh werden rund 50 Jagdhunde gehalten.

Rat muss noch beschließen

Sollte der Rat in seiner Sitzung am kommenden Montag, 7. September, der Empfehlung des Ausschusses folgen und diese Tiere von der Steuer befreien, würden die Einnahmen um rund 3000 Euro sinken. Derzeit nimmt die Stadt Ennigerloh Kämmerin Martina Lohmann zufolge rund 100 000 Euro durch die Hundesteuer ein.

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