Jugendstrafe nach Schlag ins Gesicht
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Ein 19-Jähriger aus Ennigerloh ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er wurde nach einem Streit in einer Gaststätte gewalttätig.
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Zudem muss er am Programm FreD (Frühintervention bei erstauffälligen Jugendlichen) teilnehmen, einem Programm für junge Menschen, die möglicherweise am Beginn einer Suchtproblematik stehen.

Mehr als zehn Zeugen gehört

Der Angeklagte, der zudem in einem weiteren Fall vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde, hatte die Taten unter Alkoholeinfluss begangen. Mehr als zehn Zeugen wurden gehört. Der Jugendliche war bereits zuvor schon zwei Mal wegen Gewaltdelikten gerichtlich aufgefallen, die Verfahren waren jedoch eingestellt worden. Dem Heranwachsenden wurden am Montag mehrere Taten zur Last gelegt. Bewiesen werden konnten ihm nur beleidigende Äußerungen gegenüber zwei Mädchen während eines Kneipenbesuchs im Oktober 2012 in einer Gaststätte in Ennigerloh sowie ein Schlag ins Gesicht eines Freundes der Mädchen.

Streit um Geldgewinn aus Automaten

Der 19-Jährige hatte an einem Spielautomaten 100 Euro gewonnen. Als der Gewinn ausgegeben wurde, musste er jedoch zur Toilette und bat einen Freund, aufzupassen. Als zwei Mädchen vorbeigingen, griff dem Kneipenwirt zufolge eine der beiden in das Geldausgabefach des Automaten. Ob sie Geld genommen hatten, konnte aber nicht geklärt werden. Der Angeklagte behauptete, dass ihm 50 Euro Gewinn fehlten. Er stellte die Mädchen zur Rede, die abstritten, das Geld gestohlen zu haben. Es kam zu gegenseitigen Beleidigungen. Der Streit endete vor der Kneipe, wo der Angeklagte eigenen und Zeugen-Aussagen zufolge einem Freund der Mädchen ins Gesicht schlug.

Ungereimtheiten in zweitem Fall

Undurchsichtig hingegen blieben die Ereignisse am 11. März 2012. Der 19-Jährige soll laut Anklage einen 46 Jahre alten Maler aus Ennigerloh sowie dessen Freund zusammengeschlagen haben und dem Maler mit einem spitzen Gegenstand ein „A“ („für Arschloch“, so der 46-Jährige) in den Hinterkopf geritzt haben. Auch hier war zuerst eine Rempelei, dann ein heftiger Streit in einer Gaststätte vorausgegangen. Alle Beteiligten standen unter erheblichem Alkoholeinfluss. Der Angeklagte bestritt die Tat jedoch. Aufgrund von Ungereimtheiten bei Aussagen von Zeugen, Polizei und Rettungssanitätern hatte auch der Richter Zweifel. Er sprach den 19-Jährigen frei.

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