Killewald: „Teilhabe künftig fördern“
Archivbild: Helmers
Im September 2012 war der Landesbehindertenbeauftragte Norbert Killewald das erste Mal zu Gast in Ennigerloh. Er besuchte die Pflegeeinrichtung Lummerland. Das Bild zeigt (v. l.) Thomas Trampe-Brinkmann (Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Kultur, Sport und Schulen), Norbert Killewald, Hagen, Heimleiter Manfred Lensing-Holtkamp, Wohnbereichsleiterin Birte Stuckstedte und Vanessa.
Archivbild: Helmers

Vorab hat die Glocke mit ihm, der selbst eine Hörbehinderung hat, über dieses Gesetz gesprochen.

„Die Glocke“:  Herr Killewald, Sie sind am 9. März bereits zum zweiten Mal in Ennigerloh. Was für einen Eindruck haben Sie von der Inklusionsarbeit vor Ort? 

Norbert Killewald: An Ennigerloh kann ich mich gut erinnern. Die Satzung von 2013, die eine ehrenamtliche Behindertenbeauftragte forderte, war damals sehr gelungen. Ennigerloh ist damit einige Schritte weiter als die meisten Kommunen. Wichtig ist aber auch in Zukunft, dass die Inklusionsbeauftragte gut eingebunden ist.

„Die Glocke“:  Wie schätzen Sie die Bedeutung der ehrenamtlichen Inklusionsbeauftragten in Ennigerloh ein?

 Killewald:  Ich halte sie für sehr wichtig. Unsere Gesellschaft wird immer inklusiver. Alle – auch Menschen mit Behinderungen – müssen ihren Platz darin finden und sollen nicht ausgegrenzt werden. Der Rat der Stadt Ennigerloh möchte diesen Weg gestalten. Eine Person wie Marion Schmelter ist wichtig, um dabei zu helfen.

„Die Glocke“:  Was beinhaltet das Bundesteilhabegesetz für Menschen mit Behinderung? 

Killewald:  In der veränderten neuen Gesetzgebung sollen die Rechte der Menschen mit Behinderung gestärkt werden. Gleichberechtigte Teilhabe gilt statt mitleidiger Fürsorge.

„Die Glocke“: Warum ist das Bundesteilhabegesetz so wichtig?

Killewald:  Wir Behinderten wünschen uns einen würdigeren Umgang für uns.

„Die Glocke“:  Welche Auswirkungen hätte das Bundesteilhabegesetz für die Stadt Ennigerloh? 

Killewald: Zum jetzigen Zeitpunkt kann man noch nicht sagen, welche Auswirkungen das Gesetz haben wird. Aber mit der Reform der Eingliederungshilfe sollen die Kommunen finanziell entlastet werden. Der Koalitionsvertrag sieht eine Entlastung von fünf Milliarden Euro vor.

Hintergrund

Die Veranstaltung „Eckpunkte für ein Bundesteilhabegesetz“ findet am Montag, 9. März, von 17 bis 19.30 Uhr in der Alten Brennerei Schwake in Ennigerloh statt. Anmeldungen sind erwünscht, entweder mit einer E-Mail: inklusionsbeauftragte@stadt-ennigerloh.de oder unter 02524/28600. Nach der Begrüßung durch Marion Schmelter und Grußworten von Bürgermeister Berthold Lülf wird Ralf Kapschack zum „Bundesteilhabegesetz – Stand der Dinge“ berichten; ab 17.30 Uhr informiert Norbert Killewald über die „Erwartungen der Menschen mit Behinderung an ein Bundesteilhabegesetz“. Ab 18 Uhr spricht Bernhard Daldrup über „Modernes Teilhaberecht und kommunale Entlastung“. Ab 18.30 Uhr schließt sich eine Diskussion an.

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