Klassenzimmer entstehen nach dem Lego-Prinzip
Bilder: Helmers
Ein Kran hat die neuen Container für die Gesamtschule in Ennigerloh in der vergangenen Woche auf mehr als 80 Punktfundamente gesetzt.
Bilder: Helmers

Aus zwölf Modulen hat das Lippstädter Unternehmen Paradine-Systembau die neuen Klassenzimmer zusammengesetzt. „Lego für große Jungen“ nennt es Inhaber Mark Paradine. „Man kann die einzelnen Module aneinanderfügen, wie man will. Sie könnten daraus ein 500 Meter langes Gebäude machen.“

Solche Dimensionen entstehen in Ennigerloh nicht. Aber auch

hier nutzt die Firma die Flexibilität aus, die der Systembau zulässt. „Die Rahmen der Container sind tragend, deshalb kann man einzelne Wände herausnehmen“, sagt der Experte. „Aus den Modulen setzen wir große Klassenzimmer, kleinere Differenzierungsräume und Flurbereiche zusammen.“

Bezugsfertig sähen die Container aus wie ein Neubau – zumindest von innen. „Wir verkleiden die Metallwände mit Trockenbauplatten, dann werden sie tapeziert und gestrichen“, erklärt Mark Paradine. „Dämmung, Schallisolierung und Raumklima sind sehr gut. Die Schüler wird im Unterricht nichts mehr an einen Container erinnern.“ Auch anderweitig müssten die Kinder auf nichts verzichten, was zu einem üblichen Klassenzimmer gehöre. Eingebaut würden Waschbecken, Lautsprecher für Schuldurchsagen und Alarmtasten für Notfälle.

Die Container sollen der schnell wachsenden Gesamtschule voraussichtlich in den nächsten drei Jahren mehr Raum bieten. Die Stadt mietet sie, um keine Gebäude zu bauen, während gleichzeitig die Anne-Frank-Schule und die Realschule auslaufen

(„Die Glocke“ berichtete). „Wenn sie nicht mehr gebraucht werden, sind die Kosten für die Stadt bei Null“, erklärt auch Mark Paradine. Die Schulcontainer kämen frisch aus der Produktion. Später könnten aus den Elementen Reisebüros, Studentenwohnungen oder Krankenzimmer werden. „Es gibt keinen Zweck, den wir nicht kennen und der nicht denkbar wäre.“

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