Landleben gerät durcheinander
Bild: Hübl
Bei der Premiere des Plattdeutschen Theaters Ostenfelde wundert sich Magd Sefi Sachte (Heike Schwartze) über das zerknüllte Papier, das Benno Bauk (Rudi Splietker) (v. l.) statt eines Buchs produziert. Auch Postbote Gustav Kluck (Ralf Hinse) erkennt, dass dem Schreiberling die Ideen fehlen.
Bild: Hübl

Als der letzte Vorhang gefallen war, durfte er endlich die grimmige Miene ablegen und sich über eine gelungene Aufführung freuen. Während der drei vorangegangenen Akte hatte Horstmann den fiesen neuen Nachbarn der Saotkamps, Fritz Laige, gespielt, der zusammen mit seiner Frau Agathe (Doris Splietker) und den Kindern Willi (Jona Horstmann), Heini (Simon Splietker) und Theo (Mats-Ole Wehling) sowie dem Winkeladvokaten „de Schwatte“ (Hans Schwartze) das idyllische münsterländische Landleben durcheinander bringt. Vordergründig geht es um das Wegerecht. Da Saotkamps Hoff auf dem Weg zur Weide errichtet worden ist, will der neue Nachbar Bänd (Tönne Schmalbrock) und seine Frau Hermine (Elisabeth Wehling) von ihrem Anwesen vergraulen. Laige besteht darauf, künftig mitten durch deren Haus zur Weide zu gehen.

Aber die Eigentümer, Tante Hedwig (Gertrud Wellerdiek) und Magd Sefi Sachte (Heike Schwartze), vermuten, dass Laige und „de Schwatte“ etwas ganz anderes im Schilde führen. Was, das bleibt zunächst im Unklaren. Ein Brief, der „zufällig“ den Adressaten zunächst nicht erreicht, bringt Licht ins Dunkel. Und dann nehmen die turbulenten Ereignisse ihren Lauf. Die vordergründig einfach gestrickte Sefi Sachte entwickelt einen Plan und findet mit Schriftsteller Benno Bauk (Rudi Splietker), Postbote Gustav Kluck (Ralf Hinse) und der Beamtin Irmi Empen Helfer. Die Allianz gegen Laige komplettieren seine Tante Änne (Reinhilde Schoppmann) sowie seine Magd Drüke (Annette Reinke) und Knecht Jans (Matthias Puttins).

Dass die Aufführung zu einem rundum gelungenen Spaß wurde, lag zum einen an der unterhaltsamen, mit zahlreichen Wendungen versehenen Geschichte, zum anderen aber auch an der Spielfreude des gesamten Ensembles. Ausdrucksstark verkörperten die Laiendarsteller die verschiedenen Charaktere und nahmen das Publikum mit ins ländliche Münsterland. Die zahlreichen Pointen, Wortspiele, aber auch so manch deftiges plattdeutsches Wort quittierten die Zuschauer immer wieder mit Szenenapplaus.

SOCIAL BOOKMARKS