Laurenz Frisch backt Printen nach alten Rezept
Bild: Rautenstrauch
Die westfälische Printe belegt mit gerösteten Nüssen ist bei den Kunden von Laurenz Frisch besonders zur Weihnachtszeit beliebt.
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Unter der Regie von Bäckermeister und Konditor Laurenz Frisch entstehen hier allerlei Leckereien, die sich nicht nur die Westkirchener vor und zum Fest schmecken lassen. 

Eine besondere Weihnachtsspezialität, die vom Golddorf aus in die ganze Republik und seit Neuestem sogar ins Ausland geschickt wird, sind die westfälischen Printen. Laurenz Frisch, der dafür ein Rezept seines Großvaters aus dem Jahr 1910 verfeinert hat, bereitet gerade den Teig. Das Rezept ist geheim. „Das Wichtigste sind die Gewürze, die für den besonderen Geschmack verantwortlich sind: Zimt, Anis, Koriander.“

Die Printe ist keine typisch westfälische Spezialität. „Mein Großvater Laurenz, der 1884 geboren ist, war als Bäcker unter anderem auch in Aachen und Nürnberg tätig, bevor er den Familienbetrieb 1913 in Westkirchen gegründet hat“, berichtet der heutige Inhaber Laurenz Frisch. Zufällig fand er in alten Unterlagen vor zwei Jahren ein Rezept aus der Feder seines Vorfahren. Und weil der 63-Jährige immer auf der Suche nach neuen Kreationen ist und viel ausprobiert, hat er das Rezept von damals weiterentwickelt und sich einiges einfallen lassen – unter anderem einen besonderen Belag. „Der Printenteig ähnelt dem Lebkuchenteig. Statt Honig für Lebkuchen verwende ich aber besonderen Sirup“, verrät der Chef. Wenn die gebackenen Printen aus dem Ofen kommen sind sie zunächst steinhart. Deshalb bleiben sie für einen Tag in einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit. „So werden sie schön weich.“ Dann bestreicht Laurenz Frisch das goldbraune Gebäck mit Pflaumenmus. „Pflaumenmustörtchen waren zur Zeit der Firmengründung der große Verkaufsschlager unserer Bäckerei. Das Pflaumenmus auf meinen Printen ist eine Reminiszenz an meinen Großvater, der später mit meinem Vater nicht nur in Westkirchen seine Backwaren verkauft hat, sondern mit einem Marktstand von Ort zu Ort gezogen ist.“

Wahlweise belegt Bäckermeister und Konditor Frisch seine Printen mit gerösteten Haselnüssen oder fruchtig-süßen Cranberries. Neuerdings gibt er auch mit Feuerwasser oder Calvados verfeinerte Schokocreme auf das Gebäck. „Diese Varianten habe ich auf Wunsch einiger Kunden kreiert.“ Als süßen Abschluss bekommen die Printen einen Schokoladenüberzug mit dunkler Kuvertüre. Beim ersten Biss in die Printe sorgt sie für ein herrliches Knacken.

Auch wenn die Printenherstellung in dem kleinen Familienbetrieb in Westkirchen noch jung ist – die Schar ihrer Liebhaber wird immer größer. 18 000 Printen verlassen pro Saison die Backstube, in der 15 Mitarbeiter beschäftigt sind. Genossen wird die Weihnachtsspezialität, die sich monatelang frisch hält, nicht nur im Golddorf, sondern bereits in ganz Deutschland. Sogar zu Kunden in Paris hat Laurenz Frisch seine Kreation schon verschickt.

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