Lehrer stellen keine Lernrückstände fest
Symbolfoto: dpa
Viele Kinder und Jugendlichen konnten am Montag wieder in die Unterrichtsräume gehen. An der Gesamtschule waren es die Jahrgänge 10, Q1 und Q2, an den Ennigerloher Grundschulen alle Klassen, die allerdings zwischen Distanz- und Präsenzunterricht wechseln.
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Die Klassen wurden in Lerngruppen aufgeteilt, damit die Abstände eingehalten werden können. Die Gruppen kommen tageweise im Wechsel in den Unterricht. „An den Tagen, an denen Lerngruppe A in der Schule ist, hat die Gruppe B Distanzunterricht, und dann wieder umgekehrt“, erklärte Martin Wellnitz, Leiter der Mosaikschule Ennigerloh.

So viel Unterricht von Klassenleitungen wie möglich

„Während sie in der Schule sind, sollen die Kinder so viel Unterricht durch die Klassenleitung erhalten, wie es organisatorisch möglich ist. Wir konzentrieren uns im Moment vor allem auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht.“ Zusätzlich müssten die Schüler unterstützt werden, die zur gleichen Zeit zu Hause lernen, sagte Wellnitz. „Und die Notbetreuung, die es schon vorher gab, läuft auch weiter.“ Er habe den Stundenplan seines Kollegiums „ausgequetscht wie eine Zitrone“. Denn: „Wer weiß, wie sich die Viruszahlen jetzt entwickeln und wie lange wir die Schüler noch hier haben.“ Bei der Betreuung der Kinder werde das Kollegium der Mosaikschule von den Kräften des Mütterzentrums unterstützt.

„Leistung der Eltern bemerkenswert“

Die Lehrer der Jakobusschule in Ennigerloh hätten sich auf den gestrigen Tag gefreut. „Sie fanden es schön, die Kinder wiederzusehen“, sagte Schulleiterin Dagmar Lund-Zinth. „Und ich glaube, es hat auch den Schülern sehr gut getan.“ Dabei sei die Leistung der Eltern in den vergangenen Monaten bemerkenswert gewesen, betonte die Schulleiterin. „Die Rückmeldungen der Lehrer, die ich erhalten habe, waren alle positiv. Ihnen ist heute im Unterricht aufgefallen, wie gut die Eltern zu Hause mit ihren Kindern gearbeitet haben müssen.“ Besondere Lernrückstände, die es nach der langen Zeit des Distanzunterrichts möglicherweise hätte geben können, habe das Kollegium nicht festgestellt.

Die Stimmung an der Gesamtschule Ennigerloh-Neubeckum sei gestern ebenfalls gut gewesen, sagte deren Kommissarischer Leiter Dr. Olaf Goeke. Hier konnten nach den Vorgaben des Landes nicht alle Schüler wieder in den Präsenzunterricht starten, sondern zunächst nur die Jahrgänge 10, sowie die Q1 und Q2 (Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe).

Organisatorisch ist es eine Mammutaufgabe“

An der Gesamtschule sind die Rückkehrer ebenfalls in Lerngruppen aufgeteilt worden, die zur selben Zeit, aber in verschiedenen Klassenräumen unterrichtet werden. „Wir nehmen auf diese Weise mehrere Flügel unserer Schule ein“, erklärte der Kommissarische Leiter. Trotzdem sei die Gesamtschule auch während der Corona-Pause in den vergangenen Wochen nicht leer gewesen. „Die Notbetreuung für die Klassen 5 und 6 wurde und wird genutzt“, verdeutlichte Goeke. „Ebenso werden Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf durchgehend bei uns betreut. Und dazu gibt es die Study Halls für Schüler der Jahrgänge 7 bis 10, die zu Hause keine geeigneten Lernmöglichkeiten haben und deshalb in der Schule arbeiten können.“

Organisatorisch sei die Neuregelung eine Mammutaufgabe, betonte der Kommissarische Schulleiter. „Aber das ist eben so, und wir nehmen das gern in Kauf, weil die Lehrer froh sind, dass einige Schüler wieder in den Unterricht kommen können.“ Die Jahrgangsstufen 5 bis 9 bleiben vorerst im Distanzunterricht.

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