Lippenbekenntnisse aus der Drubbelstadt
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Für viele alltäglich: Ein Paar küsst sich auf den Mund. An den ersten Knutscher kann sich noch der eine oder andere Ennigerloher erinnern.
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Einen großen Teil seiner Freizeit verbringt Rasid Karakol im Jugendzentrum Ennigerloh. Der 21-Jährige trifft sich dort mit Freunden, spielt Tischkicker und nimmt an Übungsstunden teil. Seinen ersten Kuss hatte er aber lieber an einem anderen Ort. „Im Jugendzentrum kennt einen doch jeder“, sagt der Ennigerloher. Michael Droste, Leiter des Jugendzentrums, kann das nachvollziehen: „Es herrscht immer viel Betrieb, jeden Tag sind um die 70 Besucher hier. Die Jugendlichen gehen für ihren ersten Kuss lieber an einen Ort, an dem man seine Ruhe hat.“ Deshalb bevorzugten viele Jugendliche eher eine idyllische Stelle in der Natur oder das eigene Zimmer. „Das Jugendzentrum ist nun mal ein öffentlicher Ort, ein Treffpunkt. Türen können nicht einfach verschlossen werden.“

Premiere hat keine große Bedeutung

Honorarkraft Hüssin Hasan stellt eine lockerere Haltung bei diesem Thema im Gegensatz zu früheren Generationen fest: „Viele Jugendliche erinnern sich heutzutage gar nicht mehr an den ersten Knutscher.“ Das liege daran, dass die Premiere keine große Bedeutung für sie habe. „Küssen ist teilweise alltäglich geworden – so wie ein Glas Wasser zu trinken“, sagt der 19-Jährige und lächelt. Man müsse jedoch bedenken, dass ein Kuss in anderen Ländern anders eingestuft werde. „In Deutschland sind wir bei dem Thema recht offen, woanders ist das deutlich strenger“, sagt Hüssin Hasan.

Jugendzentrum Ort zum Kennenlernen

Zum Kennenlernen ist das Jugendzentrum nach wie vor ein beliebter Ort. „Zum Beispiel dann, wenn man sich mit einem Mädchen erst weiter vertraut machen und sie noch nicht sofort mit nach Hause nehmen möchte“, erklärt Hüssin Hasan. „Für uns Jugendliche ist das nun mal einer der wenigen Treffmöglichkeiten in Ennigerloh“, ergänzt Marvin Wontka.  Dass sich die Freizeitgestaltung durch die vermehrte Nutzung von Smartphones geändert hat, kann Michael Droste nicht bestätigen: „Der Gebrauch hat mittlerweile wieder nachgelassen.“ Wenn Rasid Karakol im Jugendzentrum ist, legt er das Smartphone meist zur Seite. „Ich setze mich dann mit meinen Freunden zusammen und unterhalte mich“, sagt der 21-Jährige.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Wochenendausgabe der „Glocke“ auf der Ennigerloher Lokalseite.

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