Mahnmal soll Denkmal werden
Bild: Rautenstrauch
In seiner Gestaltung und seinem inhaltlichen Konzept ist das Mahnmal in Ennigerloh modern. Es besteht aus zwei starken, unterschiedlich langen und ungegliederten Mauerzügen, die im stumpfen Winkel aufeinanderstoßen und eine Freifläche einfassen. Diese Mauern wurden aus Beton gegossen. An den beiden schmalen Stirnseiten brachte man jeweils ein Bronzerelief an, während die vorderen Längsseiten der beiden Wände Namen von Orten und Schlachten des Kriegsgeschehens der beiden Weltkriege tragen. Die Namen sind aus verschieden farbigen Platten gebildet, die in den rohen Beton eingelassen sind.
Bild: Rautenstrauch

Stadtplaner Horst Handke erinnerte in der Sitzung  unter anderem daran, dass das Anfang der 1950er-Jahre von Hilde Schürk-Frisch geschaffene Monument 2010 nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten saniert worden war. Über Jahrzehnte war zuvor Niederschlagswasser in den Betonkern gesickert und hatte die Mauern beschädigt. Ein Wellblechdach schützt seitdem das Kunstwerk vor Regen und verhindert weiteres Eindringen von Wasser. Auch die Betonoberfläche wurde 2010 saniert und vor weiteren Witterungseinflüssen geschützt.

Ralf Röttger (FWG) sagte, dass das Wellblechdach am Mahnmal einen notdürftigen Eindruck mache. Er regte an, darüber nachzudenken, das Kunstwerk „vernünftig und angemessen“ zu sanieren. Entsprechende Kosten sollten ermittelt werden, forderte Röttger. Dies fand aber keine Zustimmung im Ausschuss. Horst Handke erklärte, dass Experten der Denkmalpflege die Entscheidungen für die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen getroffen hätten. „Die Abdeckung mag stümperhaft wirken, sie ist aber nach sach- und fachgerechten Maßstäben erfolgt.“ Es seien Materialien wie Beton und Wellblech verwendet worden, für die man sich bewusst nach der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Werk entschieden habe, um den massiven und lastenden Ausdruck des Mahnmals zu unterstreichen, so der Stadtplaner. Von Andrea Hofer (GAL) kam während der Sitzung die Anregung, das bisher oft als „Ehrenmal“ bezeichnete Monument im offiziellen Sprachgebrauch nur noch „Mahnmal“ zu nennen.

1953 gab der Rat der Gemeinde Ennigerloh ein Ehrenmal zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege 1870/71 sowie des Ersten und Zweiten Weltkriegs und insbesondere der Gefallenen aus Ennigerloh in Auftrag. Aus dem Wettbewerb ging im Herbst 1953 der Entwurf der aus Ennigerloh stammenden und in Münster lebenden Künstlerin Hildegard Schürk-Frisch (1915 bis 2005) als Sieger hervor. Er wurde umgesetzt. Die Bildhauerin Hilde Schürk-Frisch wurde 1915 als Tochter des Kaufmanns Bernhard Frisch in Ennigerloh geboren. Bekannt wurde sie mit ihren metaphysischen Figuren und Skulpturen aus Stein, Holz und Bronze.

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