Möckels Kunst stellt Gegensätze dar
Bild: Rautenstrauch
Von Ulrich Möckel stammt das Kunstwerk Standortsuche in Ennigerloh.
Bild: Rautenstrauch

So wie die grüne Säule, die Teil eines mehrteiligen Kunstwerkes von Ulrich Möckel ist. Es stammt aus dem Jahr 2002 und trägt den Titel „Standortsuche“.

Der Idee zu diesem Kunstprojekt liegt die städtebauliche Entwicklung Ennigerlohs zugrunde: In den 80er-Jahren war mit der Marktplatzbebauung ein neues Zentrum entstanden, das im Gegensatz zum historischen Dorfkern, dem Drubbel, entstand. „In den 90er-Jahren beschäftigte man sich in der Stadt damit, wie der alte mit dem neuen Teil der Innenstadt verbunden werden kann“, erklärt Kunstkenner Walter Tillmann, ehemaliger Bürgermeister von Ennigerloh.

Im Rahmen eines Wettbewerbs der Kulturstiftung der Sparkasse Oelde-Ennigerloh fiel die Wahl zur Errichtung eines Kunstwerks in Ennigerloh damals auf den Vorschlag des Bildhauers Ulrich Möckel. Ausgehend von den Fragen „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“ schuf er ein Kunstwerk, das aus sieben Teilen besteht. Am Fuße des Kirchenturms befinden sich zwei etwa 3 Meter hohe Stelen. Sie zeigen das Stück eines Eichenstammes, das zweimal in Bronze abgegossen wurde – einmal nur seine dunkelbraune Hülle, die Rinde, einmal der nackte, hellbraune Eichenstamm selbst. Den Gegensatz Hülle und Kern, innen und außen, verdeutlichen auch die Farben der Patina, die Möckel als gestalterisches Mittel eingesetzt hat.

Am Marktplatz steht ein weiteres Säulenpaar. Eist ein in Bronze gegossener entrindeter Eichenbaumstamm (Bronze patiniert, etwa fünf Meter hoch) neben einer Betonsäule zu sehen. Hier wird der Gegensatz Technik und Natur deutlich. Daneben, sozusagen als Verbindung der beiden Säulenpaare, sind mehrere so genannte Inseln – fünf Abgüsse von Baumscheiben der beiden Eichen – im Boden auf dem Marktplatz und auf der Geiststraße eingelassen. Jeder mag seine eigene Interpretation zu diesem Werk haben.

Walter Tillmann sieht ausgehend von den Fragen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir?“ darin eine ideale Verbindung zwischen dem historischen und dem modernen Teil Ennigerlohs, weil es die genannten Gegensätze darstellt. „Die Skulptureninstallation zeigt den Weg der Menschen und verweist auf Kontraste zwischen Geschichte und Gegenwart, Natur und Technik. Ständig entsteht Neues, während Altes verschwindet“, sagt Tillmann.

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