Nachwuchs der Feuerwehr übt 24 Stunden lang
Bild: lütke Zutelgte
Während der Übung erwartete die Jugendlichen der Feuerwehr Ennigerloh unter anderem ein gestellter Verkehrsunfall mit Verletzten.
Bild: lütke Zutelgte

Nach organisatorischen Informationen erfolgte die Gruppen- und Fahrzeugeinteilung. Darauf folgten Fahrzeugkontrolle und Vorbereitung, und die Jugendlichen konnten im Wachunterricht ihr theoretisches und praktisches Wissen in den Bereichen Fahrzeug- und Gerätekunde vertiefen. „Die Motivation und Spannung bei den Jugendlichen ist hoch, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt“, sagte Jugendwart Ralf Austermann. Ähnlich wie bei einer Berufsfeuerwehr standen auch ein eineinhalbstündiges Dienstsportprogramm sowie die eigenständige Essenszubereitung auf dem Dienstplan.

Der Einsatzplan beinhaltete neun verschiedene Einsatzarten in Ennigerloh und reichte vom Fehlalarm einer Brandmeldeanlage, einem Sturmschaden, einem Bauernhof-, Pkw- und Böschungsbrand über eine Ölspur und einem Tier in Notlage bis zum Verkehrsunfall. Auf diese Weise trainierten die Jugendlichen typische Einsatzszenarien der Feuerwehr.

Der Nachwuchs wurde unter anderem zu einem gestellten Verkehrsunfall an die alte Zufahrt zur Bundesstraße 475 gerufen. Nachdem sich die Einsatzgruppen vor Ort einen ersten Überblick verschafft hatten, mussten sie einen Fahrradfahrer und eine Frau im Bulli betreuen, die als verletzt galten. Das zählte neben der Absicherung der Einsatzstelle und der Aufnahme auslaufender Betriebsstoffe mit einem Ölbindemittel zu den entscheidenden Aufgaben für die jungen Leute.  Zusammen mit Rettungsassistent Frank Reuter beurteilten die Teilnehmer die Verletzungen des Fahrradfahrers. „Angenommen wird hier ein Polytrauma mit Brustkorb- und Beckenverletzungen, die als lebensgefährlich einzuschätzen sind“, erklärte Frank Reuter. Ein Polytrauma mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Becken- und Wirbelsäulenverletzungen wurden auch bei der Fahrerin des Bullis, gespielt von Jennifer Austermann, vermutet. Die Personenrettung aus dem Fahrzeug erfolgte mit einem speziellen Rettungskorsett, das bei Becken- und Wirbelsäulenverletzungen besonders patientenschonend ist.

Den Berufsfeuerwehrtag hatten Kerstin Altenseuer und Oliver Beste vorbereitet, die den Nachwuchskräften mit realitätsgetreuen und leistbaren Aufgaben einen abwechslungs- und lehrreichen Übungstag ermöglichen wollten. „Für die 24-Stunden-Übung wird eine eigene Leitstelle eingerichtet, um den Ablauf so authentisch wie möglich zu gestalten“, erklärte Feuerwehrsprecher Udo Altenseuer. „Per Alarm-Fax erhalten die Jugendlichen dann alle erforderlichen Einsatzinformationen.“ Nach der Übernachtung im Feuerwehrgebäude und einem Einsatz zu einem Pkw-Brand in den Morgenstunden des Sonntags endete die 24-Stunden-Übung für die Jugendlichen am nächsten Morgen um 8 Uhr.

Die allgemeine Einsatzbereitschaft des Löschzugs Ennigerloh sei während des Berufsfeuerwehrtages in vollem Umfang sichergestellt gewesen, teilten die Verantwortlichen mit.

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