Orgelbauer setzen 1900 Pfeifen wie Puzzle zusammen
Bilder: Hübl
Stück für Stück setzt Jan Werner die Orgel in der St.-Jakobus-Kirche Ennigerloh zusammen.
Bilder: Hübl

Der Zahn der Zeit hatte in den vergangenen 238 Jahren seine Spuren hinterlassen. Vor zwei Jahren hatten Orgelbauer der Firma Hermann Eule Orgelbau aus Bautzen deshalb die

Ladegast-Orgel auseinandergebaut und die mehr als 1900 Pfeifen samt Klaviatur verpackt und in der heimischen Werkstatt aufgearbeitet. Das Gehäuse wurde so verkleidet, dass es bei den Umbauarbeiten in der Kirche keinen Schaden nehmen konnte.

Nun ist das Riesenpuzzle wieder zurückgekehrt, und die Orgelbauer Jan Werner und Karl-Heinz Hermann haben damit begonnen, es Stück für Stück zusammenzusetzen. Zuvor hatte Diplom-Restauratorin Marita Schlüter in mühevoller Kleinarbeit den Rahmen aufgearbeitet. Dazu hatte sie verschiedene Farbschichten abgetragen, und nun sind wieder 70 Prozent des Originalzustands freigelegt. Im nördlichen Querschiff sind die vielen Einzelteile zwischengelagert. In Schubladen warten die kleinen Pfeifen auf die Rückkehr an ihren angestammten Platz, auf dem Boden die großen Pfeifen aus Holz. „Die haben wir alle in der Werkstatt aufgearbeitet“, erklärt Werner, dessen Arbeitshandschuhe schwarz vor Staub sind.

Während bei den Holzpfeifen mechanische Schäden und Holzwurmbefall behandelt wurden, haben die Orgelbauer die Metallpfeifen nur zweimal gründlich geputzt. „Einen alten Prospekt (sichtbare Pfeifen, Anmerkung der Redaktion) poliert man nicht. Die Patina und die Flecken gehören bei einer so alten Orgel einfach dazu. Das gibt ein geschlossenes Bild“, fügt Werner hinzu. Pfeife für Pfeife bauen die beiden ein. Zwischendurch kommen Staubsauger und verschiedene Pinsel zum Einsatz. Denn alles ist voller Staub, und jetzt kommen die Spezialisten auch an die Ecken, die sonst nicht zu erreichen sind. Und natürlich wird auch vor Ort noch das eine oder andere repariert oder ausgebessert.

Während Jan Werner im Inneren des Gehäuses die letzten Vorbereitungen trifft,

um die Pfeifen einzubauen, bessert Karl-Heinz Hermann sogenannte Keilbälge aus. Mit heißem Leim klebt er fein gegerbtes Schafleder auf die brüchig gewordenen Stellen.

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