Plastiktüte schon heute Auslaufmodell
Bild: Oelgemöller
Auf dem Wochenmarkt gibt Rita Olbert nur noch auf unbedingten Wunsch eine Plastiktüte heraus. Einzelne Pflanzen schlägt sie in Papier ein, mehrere verkauft sie in der Palette.
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 Einen Bewusstseinswandel bei den Kunden haben einige Einzelhändler bereits wahrgenommen. „Immer mehr bringen ihre Tüten zum Einkauf wieder mit“, sagt Marcus Beumker, Inhaber des Ennigerloher Mode-Textilhauses Beumker by Modesso. Das können auch Yasmin Wonnemann (Bronder Einrichtungshaus), Monika Günnewig (Boutique Moscito), und Renate Schemming (Buchhandlung Güth) bestätigen.

Viele Kunden bringen Stoffbeutel mit

„Mittlerweile sind es etliche, die einen Stoffbeutel oder einen Korb mitbringen und bewusst sagen, dass sie keine Plastiktüte haben möchten“, sagt Yasmin Wonnemann. Viele Waren verpacken sie und ihre Kollegen aber auch in Kartons. Komplett auf Papiertüten umzusteigen sei für das Einrichtungshaus Bronder jedoch schwierig. „Ab einem bestimmten Gewicht sind Plastiktüten stabiler“, sagt Mitarbeiterin Yasmin Wonnemann.  Dass grundsätzlich nicht jede Papiertüte besser ist als eine Plastiktüte, weiß Marcus Beumker. „Die zum Teil aufwendig lackierten Papiertüten sind oft sogar schädlicher als die üblichen Polyethylentüten“, erklärt er. Statt einer Umstellung empfiehlt er deshalb die komplette Vermeidung der Plastiktüten und den Umstieg auf Jutebeutel, zumindest aber eine Mehrfachnutzung.

Vielen wird Problem im Urlaub bewusst

Monika Günnewig, Inhaberin der Boutique Moscito, fragt ihre Kunden bewusst, ob sie für ihren Einkauf eine Tüte benötigen oder darauf verzichten können. Und das gefalle ihren Kunden. In Gesprächen habe sie erfahren, dass vielen vor allem im Urlaub bewusst werde, wie sehr die Umwelt durch Plastiktüten verschmutzt ist. „Vielen fällt das erst auf, wenn sie am Meer liegen und der Müll angeschwemmt wird“, sagt Monika Günneweg.

Tasche aus Recyclingmaterial

Geht es nach dem Willen der Mitglieder der Ennigerloher Werbe- und Interessensgemeinschaft (Ewi), verschwinden die Tragetaschen aus Polyethylen oder Polypropylen noch in diesem Jahr aus den örtlichen Geschäften. „Wir wollen komplett weg von der Plastiktüte“, sagt Mark Broks, Vorsitzender der Ewi. Als Ausgleich werde den Ennigerlohern – und den anderen Kunden – künftig eine Tasche aus Recyclingmaterial angeboten. Einen konkreten Starttermin für das Projekt gibt es laut Mark Broks allerdings noch nicht.

Pflanzen werden in Papier verpackt

Auf dem Wochenmarkt in Ennigerloh sind vor allem die kleinen, dünnen Plastiktüten in Weiß und Grün bei vielen Kunden noch sehr gefragt, sagt Rita Olbert von Blumen Olbert. Wer bei ihr jedoch eine einzelne Pflanze kauft, bekommt diese in Papier eingeschlagen. „Und wenn jemand mehrere Pflanzen kauft, gebe ich lieber die Palette mit“, sagt sie. Dass zum Blumenkauf Tüten, Taschen oder Körbe mitgebracht werden, erleben Rita Olbert und ihre Schwester Maria hingegen nur selten.

Beate Kröger aus Beelen verkauft auf dem Wochenmarkt Kartoffeln und Gemüse. Sie erlebt bei den Kunden ganz unterschiedliches Verhalten. „Einige sind schon böse, wenn man ihnen eine Plastiktüte anbietet, andere nehmen die Tüte immer noch gern“, sagt sie. Komplett auf die Tüten verzichten und auf Papier umstellen wird der Betrieb von Beate Kröger und ihrem Mann nicht. Unter anderem auch deshalb, weil beispielsweise bei Salat die Papiertüte durchweicht. Bei Blumen Olbert hingegen gebe es die Plastiktüten nur noch so lange, bis der derzeitige Bestand aufgebraucht ist, sagt Maria Olbert.

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