Rauchverbot sorgt für qualmende Köpfe
Bild: Hoheisel
Noch darf in Kneipen geraucht werden. Das ändert sich jedoch ab dem 1. Mai. Gastronomen wie André Bruchmann, Geschäftsführer des Scotty‘s in Ennigerloh, bereitet das Kopfzerbrechen.
Bild: Hoheisel

Wenn Bruchmann über das Nichtraucherschutzgesetz und die Folgen spricht, klingt Wut in seiner Stimme mit. Wut, Unverständnis und Angst. Seit 1999 führt er das Scotty‘s. Es gab schon schlechte Phasen, aber auch viele gute. „Dass es schwierige Zeiten gibt, ist normal. Dagegen kann man ja etwas machen. Aber jetzt . . .“, sagt André Bruchmann, stockt kurz und fügt hinzu: „Jetzt bestimmen andere über mein Leben. Es macht mich wütend, dass ich hilflos bin.“ Der Ennigerloher Kneipier befürchtet nicht, dass ab Mai von jetzt auf gleich die Stammkundschaft wegbleibt oder die Gäste seiner Konzerte nicht mehr kommen. André Bruchmann hat Angst vor einem schleichenden Prozess, vor einer Spirale, die langfristig das Aus des Scotty‘s bedeuten könnte.

„Politiker interessiert es nicht, wenn ein Kneipier zugrunde geht“

Nur wenige Meter Fußweg vom Scotty‘s entfernt betreibt Ralf Habrock das Habrock‘s. Die Gastronomen sind Konkurrenten, doch bei diesem Thema sind Bruchmann und Habrock Brüder im Geiste. „Zukunftsängste habe ich bisher noch nicht. Man muss sehen, wie sich das Geschäft entwickelt“, erklärt Habrock und wirkt ein wenig gelassener als sein Nachbar. Doch auch er sagt: „Man wird immer mehr bevormundet, das macht mich traurig.“ Diese Abhängigkeit von der Obrigkeit, von der Landespolitik, sorgt auch bei André Bruchmann für erhöhten Pulsschlag: „Die Politiker interessiert es nicht, wenn ein Kneipier zugrunde geht.“

Weitere Hintergründe zu den möglichen Folgen des Nichtraucherschutzgesetzes, Zitate sowie ein Interview mit Renate Dölling vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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