Razzia gegen Rocker in Ennigerloh
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Die Polizei ist in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockerorganisation Al-Salam-313 vorgegangen. Auch ein Objekt in Ennigerloh wurde durchsucht. 
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Die Beamten durchsuchten seit dem frühen Morgen 49 Wohnungen und Geschäftsräume in zwölf Städten vor allem im Ruhrgebiet und in Köln, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Essen sagte. Die Behörde leitete gemeinsam mit der Essener Polizei den Einsatz.

Einsatz ohne Zwischenfälle verlaufen

Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Näheres zu seiner Person teilten die Behörden nicht mit. Der Einsatz sei ohne Zwischenfälle verlaufen, hieß es.

Die Aktion richte sich gegen 34 Beschuldigte überwiegend aus dem Irak und Syrien. Einige davon sollen Mitglieder der rockerähnlichen Gruppierung „Al-Salam-313“ sein, andere seien eher dem Umfeld zuzuordnen, erklärten die Fahnder.

Vorwurf: beteiligt am Einschleusen von Menschen und am Handel von Waffen, Drogen, gefälschten Ausweisen und Sprachzertifikaten

Die Beschuldigten stehen im Verdacht, sich am illegalen Einschleusen von Menschen nach Deutschland beteiligt und mit Waffen, Drogen, gefälschten Ausweisen und Sprachzertifikaten gehandelt zu haben. Vor allem sei es darum gegangen, Beweise zu sichern, betonten die Ermittler. Sie stellten Computer, Handys, Datenträger, Drogen, sowie Bar- und Falschgeld im fünfstelligen Bereich sicher.

„Nach dem bisherigen Stand war das ein erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Kriminalität“, bilanzierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) nach Abschluss der Razzia am Mittwochmittag in Düsseldorf. Seinen Angaben zufolge war der Einsatz über Monate hinweg vorbereitet worden.

Ermittlungen und Auswertung brauchen Zeit

„Die weiteren Ermittlungen sowie die Auswertung sichergestellter Gegenstände, insbesondere digitaler Datenträger, werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen“, betonten Polizei und Staatsanwaltschaft.

Experten für Organisierte Kriminalität gehen davon aus, dass es sich bei „Al-Salam 313“ um ein eher neues Phänomen handelt. Die Organisation sei zwar öffentlich bisher weniger diskutiert worden, der Polizei aber wohlbekannt, sagte Reul. Ihr Aktionszentrum liege in NRW. Ob sie über NRW hinaus oder auch im Ausland agiere, könne er noch nicht sagen, so Reul.

Offen, ob Clan oder Rockergruppe

Offen ließ Reul auch, ob es sich um einen Clan oder eine Rockergruppe handelt. Das Landeskriminalamt stuft sie derzeit nicht als sogenannte „Outlaw Motorcycle Gang“ ein, zu denen etwa die „Hells Angels“ oder die „Bandidos“ gezählt werden.

„Es kann sein, dass wir künftig auch aufgrund der heutigen Ermittlungen zu anderen Ergebnissen kommen“, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft Essen sprach von einer „rockerähnlichen Gruppierung“. So trügen die Mitglieder Motorrad-Kutten mit dem Emblem einer Friedenstaube. Zudem gebe es Hinweise auf eine streng hierarchisch organisierte Struktur, wie sie von Gruppierungen wie den „Hells Angels“ oder „Bandidos“ bekannt seien.

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