Schnecken erhalten nachts süßen Guss
Bild: Strotmann
Mitten in der Nacht geht es in der Westkirchener Bäckerei von Laurenz Frisch rund: Jendrik Logemeier und Sabine Kreimer formen in der Zeit von 3 bis 4 Uhr die zahlreichen Brotlaibe.
Bild: Strotmann
Zwölf Stunden vor der eigentlichen Kaffeezeit am Nachmittag sind in der Steinofenbäckerei von Laurenz Frisch in Westkirchen die ersten Gebäckstücke fertig.

Der neue Tag ist gerade drei Stunden alt, und in der Backstube riecht es köstlich: Brot, Brötchen, aber auch die ersten Plattenkuchen sowie süße Teilchen verströmen einen unwiderstehlichen Duft. „Früher kamen die Kunden für Brot und Brötchen einmal am Morgen zu uns und nachmittags ein zweites Mal, um Kuchen auszusuchen. Heute muss alles morgens um 6 Uhr im Geschäft sein“, beschreibt Bäckermeister Frisch, wie sich das Kaufverhalten geändert hat.

In der Backstube passiert vieles zeitgleich: In einer Ecke kneten Maschinen den Brotteig in großen Schüsseln. Am Tisch nebenan sticht Sabine Kreimer von den großen Teigmassen kleine Stücke ab. Aus den Teigrohlingen formt Jendrik Logemeier die Brotlaibe. Sie werden anschließend in den Garraum gebracht, wo die Hefe bei hoher Luftfeuchtigkeit und 32 Grad Lufttemperatur optimal arbeiten kann. Im vorderen Teil der Backstube schiebt Dennis Logemeier den nächsten Stikkenwagen mit Brötchenteiglingen in den Ofen. „Es ist wichtig, den Überblick zu behalten“, betont Frisch. Er muss trotz paralleler Arbeitsschritte alles im Auge haben.

Um 3.30 Uhr kommt ein Lieferant in die Backstube: Er bringt die frischen Produkte, die heute verarbeitet werden sollen. Schnell wird alles im Kühlraum verstaut. Dann macht sich Gerhard Kreimer an die Vorbereitung des Rüblikuchens. Ein Blech mit Nüssen wandert zum Rösten in den Ofen. Geraspelte Möhren werden aus dem Lager geholt und abgewogen.

Plötzlich ertönt ein lauter Gong: Die Brötchen sind fertig. Dennis Logemeier zieht den Stikkenwagen aus dem Ofen, und es riecht verführerisch nach knusprigen Brötchen. Doch dem Bäcker bleibt keine Zeit, den Duft zu genießen. Schon wieder ertönt ein Gong: Der Käsekuchen ist fertig. Schnell holt Dennis Logemeier die Bleche aus dem Ofen und wendet sich seiner nächsten Aufgabe zu. In zwei Stunden beginnt der Verkauf, und es bleibt noch viel zu tun.

SOCIAL BOOKMARKS