Seit 40 Jahren ziehen sie ihre Bahnen
Bild: Rautenstrauch
Janet Grunwald, Schwimmmeisterin in Ennigerloh, kennt viele der Stammgäste des Olympiabads wie Franz-Josef Kelker und Wilhelm Terfloth (v. l.).
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„Ich habe ausgerechnet, dass ich seit 1973 hier im Olympiabad eine Strecke von etwa 9000 Kilometern geschwommen bin.“ Als er in jungen Jahren seine ersten Züge durchs Wasser machte, geschah das keineswegs unter einem Hallendach. „Ich habe in den umliegenden Steinbrüchen schwimmen gelernt”, erklärt der 70-Jährige. Er erinnert sich noch gut daran, wie er in den 1960er-Jahren in den Sommermonaten im Neubeckumer und im Ennigerloher Freibad regelmäßig den Sprung ins kühle Nass wagte. „Das ging aber nur im Sommer“, berichtet Kelker, der sich deshalb über die Eröffnung des Olympiabads 1973 sehr gefreut hat. „Damit war klar, dass ich das ganze Jahr durchgehend schwimmen konnte.“

 Einen Gleichgesinnten hat Franz-Josef Kelker in Wilhelm Terfloth (86) gefunden, der ebenfalls mehrmals pro Woche ab 6.30 Uhr im Olympiabad schwimmt. „Hier fühlt man sich wohl. Morgens hat man seine eigene Bahn, und wenn man nebeneinander schwimmt, lassen sich im Wasser prima die Nachrichten aus der ,Glocke’ diskutieren“, berichtet Terfloth. Er kann sich auch noch gut an die Eröffnung des Olympiabads 1973 erinnern, an der Bürgermeister Theodor Frisch und sein Stellvertreter Willi Maibaum teilgenommen haben. Als Wilhelm Terfloth noch berufstätig bei Profilia gewesen ist, war es für ihn selbstverständlich, vor der Arbeit ein paar Bahnen zu ziehen. Ohne (Schwimm-)Sport kann der Ennigerloher nicht sein. „Vor zwei Jahren habe ich das 44. Sportabzeichen in Gold abgelegt.“ Heute genießt er es auch, sich in der Sauna des Olympiabads zu erholen.

Hier trifft er oft auch auf Irmgard (66) und Helmut (69) Jürgens aus Beelen. Das Ehepaar verbindet besondere Erinnerungen mit dem Olympiabad. „Wir besuchen das Hallenbad in Ennigerloh seit 40 Jahren. Hier haben unsere Kinder und unsere Enkelkinder schwimmen gelernt“, berichtet Irmgard Jürgens, deren Mutter Anna Brinkkemper Ennigerloherin gewesen ist. Die 26 Kilometer Hin- und Rückfahrt nimmt das Beelener Ehepaar gern in Kauf, um im Olympiabad aktiv zu werden, denn „hier ist es schöner als in den anderen Hallenbädern in der Umgebung“.

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