Serie zu „Mach mit“: Baustoffprüferin
Bild: Junker
Mit einem Messgerät prüft Melanie Alex die Biege- und Bruchfestigkeit eines Prüfkörpers. Jedes Produkt, das Heidelberg Cement in Ennigerloh verlässt, wird vor dem Verkauf ausgiebig getestet.
Bild: Junker

Im Mai legt sie ihre Prüfung ab. Jedes Produkt, das das Unternehmen Heidelberg Cement verlässt, geht durch die prüfenden Hände von Melanie Alex. Dazu gehören alle Zement- und Mörtelsorten, Putz- und Mauerbinder sowie Beton. Drei verschiedene Bereiche, das physikalische und chemische Labor sowie der Bereich  Anwendung und Geotechnik im Labor an der Neubeckumer Straße, durchläuft die 19-Jährige während ihrer Ausbildung. Hinzu kommen Stationen an anderen Unternehmensstandorten.

Die Baustoffprüfungen laufen streng nach Din-Vorschrift ab. Jedes noch so kleine Detail während des Prüfungsvorgangs ist standardisiert. So werde gewährleistet, dass an jedem Standort gleiche Ergebnisse erzielt werden können. „Selbst die Luftfeuchtigkeit und die Lufttemperatur in den Laboren ist überall gleich“, erklärt die angehende Baustoffprüferin. Doch obwohl alles genormt sei, sei die Arbeitsweise nie identisch. „Jeder bei uns hat seinen eigenen Rhythmus.“

Im physikalischen Labor mischt Melanie Alex Zementmörtel aus Zement, Wasser und Sand an. Es sei ähnlich wie einen Kuchen zu backen, sagt sie. Die Zutaten kommen in einen Topf, dann wird alles verrührt und in eine Form gefüllt. Die fertigen prismenförmigen Prüfkörper, rechteckige Mörtelsteine, kommen anschließend zum Abbinden (der Körper wird fest), in einen auf 20 Grad Celsius temperierten Klimaschrank. Je nach Normvorgabe oder Kundenwunsch fertigt die 19-Jährige die Proben an. „1500 Kilogramm bewegen wir schonmal bis zur Mittagszeit“, erklärt Melanie Alex.

Vor allem die Kombination aus Physik, Chemie und Biologie habe Melanie Alex an dem Beruf gereizt. Neben der Ausbildung absolviert sie ihr Fachabitur. Neugier mitzubringen, das empfiehlt sie jedem, der sich für den Beruf entscheidet. Die Baustoffprüfung sei zwar eine Männerdomäne – von 45 angehenden Baustoffprüfern an der Beckumer Berufsschule seien drei Mädchen, sagt Melanie Alex. Doch ein Problem habe sie damit nicht. Die Auszubildende habe sich von Anfang an nur für den Beruf interessiert.

SOCIAL BOOKMARKS