Tragikomödie mit Sektempfang zum Frauentag
Die britische Tragikomödie „We want Sex“ wird zum Weltfrauentag morgen in der Alten Brennerei Ennigerloh gezeigt. Es ist das Ersatzprogramm für die erkrankte Künstlerin Alexandra Gauger. In dem Film, der in den 1960er Jahren spielt, setzen sich Frauen für mehr Rechte im Beruf ein.

Trotzdem wird der Frauentag gefeiert, und zwar mit der Tragikomödie „We want Sex“. „Die Glocke“ hat darüber mit der Ennigerloher Gleichstellungsbeauftragten Ingeborg Seliger gesprochen. 

 

„Die Glocke“: In dem Film demonstrieren Frauen gegen Ungleichbehandlung. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn sie an solche Emanzipationsbewegungen denken?

Seliger: Personen, die sich für Verbesserungen einsetzen, haben meine Hochachtung. Ich finde es wichtig, gemeinsam Stärke zu beweisen, um etwas zu erreichen. Auch heute noch ist es wichtig, Missstände aufzuzeigen und zu beseitigen.

 

„Die Glocke“: Die Handlung spielt vor gut 50 Jahren. Was hat sich seitdem verändert?

Seliger: Ein Beispiel ist das Lehrerinnenzölibat. Im Jahr 1880 wurde durch einen Ministererlass im Deutschen Reich festgelegt,

Zum Weltfrauentag, 8. März,  war das Musik-Kabarett „Spiel mir das Lied vom Glück“ in der Alten Brennerei geplant – als Kooperationsveranstaltung des Kulturvereins mit der Ennigerloher Gleichstellungsbeauftragten Ingeborg Seliger. Wegen der kurzfristigen Erkrankung der Künstlerin Alexandra Gauger wird ab 20 Uhr die britische Tragikomödie „We want Sex“ gezeigt. Zur Vorführung gibt es einen Sektempfang. Der Eintritt kostet 6 Euro. Wer bereits Karten für das Musik-Kabarett erworben hat, kann diese in der Alten Brennerei zurückgeben. Das Büro ist unter 02524/951664 zu erreichen.

dass Lehrerinnen nicht heiraten durften. Eine Doppelbelastung von Familie und Beruf wurde der Frau nicht zugetraut. Sobald eine Frau heiratete, verlor sie nicht nur ihre Stellung, sondern auch jegliche Ansprüche auf ein Gehalt im Ruhestand. Frauen nahmen dieses Zölibat auf sich, um höhere Bildungseinrichtungen besuchen zu können. Im Jahr 1957 wurde es aufgehoben.

 

„Die Glocke“: Deshalb gab es früher oft die Anrede „Fräulein Lehrerin“.

Seliger: Ja, das hat man im Kopf. Aber ich habe nicht gewusst, dass das auf einem Gesetz beruht.

 

„Die Glocke“: Warum finden Sie es wichtig, das Beispiel der mutigen Frauen im Film zu zeigen?

Seliger: Weil es zeigt, dass sich Anstrengungen lohnen, dass Veränderungen in der Gesellschaft möglich und wichtig sind, um sich weiterzuentwickeln. Wenn man sich für die Gleichberechtigung einsetzt, gilt es oft, dicke Bretter zu bohren. Dabei gibt es immer Höhen und Tiefen. Die im Film gezeigten Frauen können eine Motivation zum Handeln sein.

 

Das vollständige Interview finden Sie in der „Glocke“-Ausgabe am Freitag, 7. März.

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