Vierbeiner vom Raketenlärm fernhalten
Bild: Wille
Gut vorbereitet auf die Silvesternacht hat (v. l.) Waltraud Balkenhol ihre elfjährige Hündin Lotte mit der Unterstützung von Lena Stummann und Tierärztin Dr. Sabine Tiemann. In der Tierarztpraxis in Ennigerloh finden sich zum Jahreswechsel viele Hundebesitzer ein, die Rat suchen, wie sie ihrem Vierbeiner die laute Silvesternacht angenehmer gestalten können.
Bild: Wille

„Die Glocke“ hat mit Tierärztin Dr. Sabine Tiemann darüber gesprochen, was Hunde- und Katzenbesitzer beachten sollten. An einem Vormittag kurz vor Silvester: Das Wartezimmer der Ennigerloher Tierarztpraxis ist voll besetzt. „Mein Hund dreht völlig ab wenn er Raketen hört“, sagt eine Hundebesitzerin zu ihrer Sitznachbarin. Mit diesem Problem ist sie nicht allein. „Das gibt es häufig“, sagt Dr. Sabine Tiemann. Doch was ist zu tun, wenn der Freund auf vier Pfoten in der Silvesternacht völlig verängstigt ist? Die Tierärztin gibt den Hunde- und Katzenbesitzern Ratschläge mit auf den Weg. „Die geistige und körperliche Auslastung ist das Wichtigste“, betont Tiemann. Das könne man bei Hunden durch einen langen Spaziergang oder Suchspiele, bei denen die Vierbeiner geistig gefordert werden, erreichen. „Das sollten die Besitzer dann aber nicht um 22 oder 23 Uhr tun, sondern schon deutlich früher“, rät sie. Auch könne es helfen, Hunden und Katzen zur Ablenkung etwas zum Knabbern zu geben.

Verhalten des Besitzers ist wichtig

Zudem hat auch das Verhalten des Besitzers Auswirkungen auf dessen Vierbeiner. Denn Herrchen oder Frauchen seien laut Dr. Sabine Tiemann „der Chef“. Und der sollte in solchen Situationen keinerlei Unsicherheit zeigen. „Der Besitzer ist der Fels in der Brandung. Wenn es draußen knallt, sollte man so tun, als ob nichts wäre“, lautet ihr Tipp. „Je normaler wir Menschen das wegstecken, desto einfacher ist es für Hund und Katze.“ Wichtig sei außerdem, alle Rollos runterzumachen. Denn besonders Hunde sollten Raketen und Co. am besten nicht sehen. Was den Geräuschpegel angeht, sei es am besten, eine CD anzumachen.

Am besten ignorieren

Sollte all das nicht helfen, und der Vierbeiner panisch werden, ist die letzte Möglichkeit der Einsatz von speziellen Beruhigungspräparaten. Diese sollten aber im Idealfall Tage vorher besorgt werden. Zu guter Letzt gibt Dr. Tiemann Hundebesitzern noch einen Rat mit auf den Weg, den viele vielleicht nicht kennen. „Wenn der Hund winselt, bloß nicht streicheln oder bedauern“, sagt sie. Dieses Verhalten verstärke die Angst nur unnötig. Dann sollte man den Vierbeiner am besten ignorieren – auch wenn es schwerfällt.

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