Wegen Volksverhetzung bestraft
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Wegen Volksverhetzung wurde ein 34-jähriger Ennigerloher am Montag vor dem Amtsgericht in Warendorf zu einer Straße von 1500 Euro verurteilt. 

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 Einen Europol-Bericht über verschwundene Flüchtlingskinder hatte der 34-Jährige mit einer Leugnung des Holocausts kommentiert. Er frage sich schon seit Jahren, wie sechs Millionen Juden einfach so verschwinden könnten, hatte er geschrieben und hinzugesetzt: „Alles Lügen, jahrzehntelange Lügen.“

„Ich bin nicht rechtsradikal“

Den Tatvorwurf der Volksverhetzung räumte der Ennigerloher, der derzeit auf der Suche nach Arbeit ist, unumwunden ein. Den fraglichen Kommentar habe er gepostet, als er betrunken gewesen sei: „Ich habe Scheiße gebaut, weiß aber nichts mehr davon.“ Als er am nächsten Tag von Kollegen auf den Eintrag angesprochen worden sei, habe er ihn umgehend gelöscht. „Ich bin nicht rechtsradikal und in keiner dieser Parteien oder so. Ich habe nichts gegen Ausländer, habe sogar muslimische Freunde“, versicherte er dem Gericht.

1500 Euro Strafe

Seine Aussagen bewahrten den 34-Jährigen nicht vor einer Verurteilung: „Dummheit schützt vor Strafe nicht“, machte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer deutlich und beantragte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 25 Euro, also 1500 Euro. Den Antrag milderte das Gericht in seinem Urteil ab. Auch aufgrund mildernder Umstände wie der Tatsache, dass der Angeklagte bislang nicht vorbestraft gewesen sei und er zum Zeitpunkt des Eintrags betrunken gewesen sei, wurde der Ennigerloher nur zu einer Strafe von 50 Tagessätzen verurteilt.

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