Wegen tödlichen Tritts vor Gericht
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Dramatisches Ende eines Streits in Ennigerloh: Ein 30-jähriger Mann, der aus Warendorf stammt, muss sich seit Donnerstag wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht verantworten.
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Seit Donnerstag beschäftigt sich das Schwurgericht in Münster mit dem Drama. Der Mann auf der Anklagebank ist klein und schmächtig. Zuletzt hat der Warendorfer, der zuletzt in Hamm gewohnt hatte, als Profi-Tänzer für Breakdance und Hip-Hop internationale Erfolge gefeiert. Doch der Ruhm währte nur kurz. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge an. Im Falle einer Verurteilung muss der 30-Jährige mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Notoperation rettet Opfer nicht

Laut Anklage trat er dem anderen Mann an jenem 12. Juli so heftig vor die Schläfe, dass dieser einen Schädelbruch mit massiven Hirnblutungen erlitt. Als die Ärzte die wahre Dramatik der Verletzung erkannten, war es schon zu spät. Trotz einer Notoperation in Münster konnte das Leben des Mannes nicht gerettet werden.

Angriff mit Gasbrenner

„Ich bin immer noch tief bewegt. Ich könnte heulen, wenn ich an damals denke“, ließ der Angeklagte gestern seine Anwälte vortragen. Dennoch wurde klar: Der 30-Jährige fühlt sich zwar moralisch verantwortlich, strafrechtlich habe er sich selbst aber nichts vorzuwerfen. Denn die Geschichte, die er den Richtern erzählte, gleicht vielmehr einer Notwehr-Version. An jenem Abend sei er zur Wohnung seiner Ex-Freundin nach Ennigerloh gefahren. Wieder einmal habe es einen heftigen Streit gegeben, als sich schließlich der Mitbewohner der Frau eingemischt habe. Er war ebenfalls ihr Ex-Freund und Vater ihrer fünfjährigen Tochter. Mit einem brennenden Gasbrenner sei dieser auf ihn losgegangen, schilderte der Angeklagte. Er habe sich gewehrt. In dem Gerangel sei es schließlich zu Schlägen und Tritten gekommen. „Ich hätte aber nie damit gerechnet, dass der sich ernsthaft verletzt hat“, sagte der 30-Jährige.

Gewalt-Ausraster in der Beziehung 

Die Ex-Freundin des Tänzers bestätigte in ihrer Zeugenaussage den Angriff des späteren Opfers mit einem Gasbrenner an dem verhängnisvollen Juli-Abend. Sie sagte aber auch: „Der Angeklagte ist nicht ganz richtig im Kopf. Er hatte auch während unserer Beziehung immer wieder Gewalt-Ausraster.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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