Westkirchener
Bild: Schomakers
Beim Gewichtsweitwurf muss das an einer Kette hängende Gewicht aus der Drehung heraus möglichst weit geschleudert werden. Dirk Mertins mag diese Disziplin nicht besonders. Das Bild zeigt ihn auf seinem Übungsplatz in Westkirchen.
Bild: Schomakers

„Das sieht schick aus“, ruft eine Joggerin vergnügt von der anderen Straßenseite herüber. Dirk Mertins schmunzelt. Er kann die Joggerin gut verstehen. Denn wann sieht man im Golddorf Westkirchen ein gestandenes Mannsbild schon einmal mit Rock? Oder korrekt bezeichnet, mit Kilt, also einem Schottenrock. Mertins steht im rotkarierten Schottenrock auf seinem Übungsplatz und bereitet sich auf die Teilnahme bei den Highland Games in Inverness in Schottland vor.

Er ist als dritter der Deutschen Meisterschaft qualifiziert für die „Masters World Championship“ ab 40 Jahren, die heute beginnt. Bis Sonntag treffen sich bei den Highland Games die besten Sportler aus aller Herren Länder, um sich in den traditionellen schottischen Sportarten wie „Tossing the Caber“ oder „Weight over Bar“, auf Deutsch Baumstammüberschlag und Gewichtshochwurf, zu messen.

Für den Westkirchener ist es der erste Wettbewerb im Mutterland der Highland Games. „Dass es auch noch eine Weltmeisterschaft ist, das ist besonders schön“, sagt er erfreut. Er möchte in seiner Altersklasse unter die besten Zehn kommen, auf jeden Fall unter die ersten Fünfzehn.

Acht Disziplinen sind zu bewältigen. Darunter auch seine Hassdisziplin Gewichtsweitwurf. „Den Nachteil, den ich in dieser Disziplin habe, kann ich in den anderen wieder herausholen“, hofft der 44-Jährige. Auch wenn es nicht die gewünschte Platzierung werden sollte, wird er es verschmerzen. Für den Kraftsportler steht der Spaß am Sport in Vordergrund – nicht Siege oder Rekorde.

Das sportliche Messen unter Freunden ist für den Weltmeisterschaftsteilnehmer wichtig. Wettkämpfe machen ihm Spaß, und man glaubt es ihm auch. Dass er auch recht erfolgreich ist, hebt er nicht hervor. „Es gibt Pokale, aber die stehen bei meiner Tochter im Zimmer“, sagt er mehr nebenbei.

Er ist Mitglied im Clan Dragonfighters, einem Verein in Hamm, der auch selbst Meisterschaften ausrichtet. Dirk Mertins trainiert überwiegend auf einer Wiese auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Freckenhorster Straße. Dann aber ohne Kilt. Im Sommer schafft es der kaufmännische Angestellte, an drei Tagen in der Woche zu trainieren. Zu der in Deutschland außergewöhnlichen Kraftsportart kam er über einen Freund. Kraftsport hatte er vorher nur im Sportstudio betrieben. Aber nach dem ersten Kontakt hat ihn der Sport mit schottischen Wurzeln nicht mehr losgelassen.

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