Wohltäter lässt syrische Familie  hoffen
Aus Syrien geflohen ist ein Teil der Familie von Kenan und Tamara A. aus Ennigerloh. Die beiden möchten ihre Angehörigen nun nach Deutschland holen. 

Das Flüchtlings-Aufnahmeprogramm sei ein bürokratischer Alptraum, sagt Tamara A. Doch gebe es auch gute Neuigkeiten. Ein türkischstämmiger Mann aus Dinslaken, der namentlich nicht genannt werden möchte, habe über den Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen zufällig von dem Fall der Ennigerloher erfahren und sich spontan bereiterklärt, der Familie zu helfen.

 Nach mehreren Treffen zwischen Kenan und Tamara A. sowie dem Dinslakener in Ennigerloh sowie Gesprächen mit der Ausländerbehörde des Kreises Warendorf habe der Wohltäter nun die nötige Verpflichtungserklärung für das NRW-Aufnahmeverfahren unterzeichnet, sagt Tamara A. Er erklärt sich damit bereit, sämtliche Kosten für eine Unterkunft sowie die Bedarfe des täglichen Lebens für fünf Personen zu übernehmen.

„Der Mann hat selber eine vierköpfige Familie zu versorgen, und doch hilft er uns“, sagt Tamara A. und lächelt verlegen. Jetzt möchte Kenan A. zunächst seinen Bruder, dessen Ehefrau sowie deren drei Kinder in die Drubbelstadt holen. Damit wäre ein erster Schritt auf dem Weg zur Familienzusammenführung getan.

Kenan A. hofft, auch seine Mutter, seine Schwester, deren drei Kinder sowie seinen Schwager nach Ennigerloh holen zu können. Dafür benötigten sie viel Geld. Sie selbst können die Verpflichtungserklärung nicht unterschreiben. Um eine Person aufnehmen zu können, müssten sie mindestens ein Nettoeinkommen von 2600 Euro nachweisen. „Ein Ding der Unmöglichkeit bei elf Flüchtlingen“, weiß auch Michael Thomas, Leiter der Ausländerbehörde im Kreis Warendorf.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Dienstag in der „Glocke“.

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