Zementofen auf Herz und Nieren prüfen
Bild: Hübl
Der 80 Meter lange Drehofen der Firma Heidelberg-Cement in Ennigerloh stand zwei Wochen lang still. Das Bild zeigt Johannes Günnewig von der Leitstelle Wartung und Instandsetzung.
Bild: Hübl

 Vor genau zwei Wochen wurde der Ofen abgeschaltet, nach gut zwei Tagen geöffnet und dann begannen umfangreiche Instandsetzungsarbeiten. Teile des Drehofens mussten neu ausgemauert werden und zwei von zehn sogenannten Satellitenrohren, die zur Kühlung des gebrannten Zementklinkers dienen, wurden erneuert.

Hört sich unspektakulär an, ist es aber nicht: Denn für das Ausmauern des Ofens benötigte die Lemgoer Spezialfirma allein 23 320 Steine. „21,2 Meter unseres 80 Meter langen Ofens mussten erneuert werden“, erklärt Gerhard Huss, der Vorarbeiter Bau der Abteilung Instandsetzung. „Sieben Monate hat das Mauerwerk gehalten, dann war es verschlissen.“ Kein Wunder, denn rund um die Uhr wird der Drehofen auf Betriebstemperatur gehalten, und die liegt bei 1450 Grad Celsius. Dann wird aus den Rohmaterialien durch eine chemische Umwandlung der Zementklinker gebrannt.

Die enorme Hitze und die mechanische Belastung hinterlassen ihre Spuren und das bedeutet eine Menge zusätzlicher Arbeit für die Männer vom Zementwerk. Das alte Mauerwerk musste abgetragen werden. Gut, dass ein Radlader in dem 5,2 Meter hohen Brennraum genügend Platz findet. Und so werden Stein für Stein im Rund des Drehofens vermauert.

Am Auslauf des Ofens sind außen zehn sogenannte Satellitenrohre angebracht. Die gebrannten Klinker fallen dort hinein und werden in den Rohren mit Luft auf unter 200 Grad heruntergekühlt, damit sie weiter verarbeitet werden können. „Jedes dieser Rohre wiegt etwa 50 Tonnen, hat einen Durchmesser von 2,2 Metern und ist rund 18 Meter lang“, weiß Johannes Günnewig von der Leitstelle Wartung und Instandsetzung. „Zwei von ihnen haben wir jetzt routinemäßig ausgetauscht.“

Aber das waren nicht die einzigen Arbeiten. Ist der Ofen einmal aus, dann wird an allen Ecken und Enden geschweißt und gewerkelt, schließlich kommen die Arbeiter wegen der Hitze während der Produktion nicht an alle Stellen heran. Die Durchführung aller Arbeiten setzt eine akribische Planung voraus. Schließlich müssen die einzelnen Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt sein. Nach zwei Wochen ist alles erledigt.

Seit Freitag wird der Ofen wieder auf Temperatur gebracht. Zwei Tage dauert das Aufheizen. Dann werden wieder Zementklinker gebrannt.

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