Vater missbraucht  kleinen Sohn
Wegen mehrfachen Missbrauchs des eigenen Sohns ist ein 30-jähriger Telgter zu acht Jahren haft verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seinen Sohn, als dieser im Alter zwischen zwei und drei Jahren war, mehrfach sexuell belästigt und auch missbraucht hatte. Der von seiner Lebensgefährtin getrennt lebende Vater des Kindes hatte eine Besuchserlaubnis für das Wochenende und soll die Taten während dieser gemeinsamen Wochenenden verübt haben. Das hatte der Angeklagte während des Prozesses eingeräumt. Genauso wie er die einzelnen Vorwürfe durchaus bestätigte. Dabei wirkte seine Schilderung der Geschehnisse vor Gericht emotionslos. Der 30-Jährige führte die Taten dabei auf einen „Windelfetischismus“ zurück, den er bereits im Alter von 14 Jahren an sich festgestellt habe. Später sei er seiner Neigung im Internet nachgegangen. Nach der Geburt seines Sohnes sei diese wieder stärker geworden, erklärte der Angeklagte auf Befragen des Gerichts. „Ich habe nie Gewalt angewendet. Ich habe ihm immer die Entscheidung überlassen“, so der Angeklagte. Das sah die Strafkammer ganz anders. Sie ging vielmehr davon aus, dass der Telgter nicht nur das Vertrauen des Kindes missbraucht, sondern ihm Schmerzen an Leib und Seele zugefügt und es durch ungeschützten Verkehr in Gefahr gebracht habe. „Sie waren nicht weit von der Sicherheitsverwahrung entfernt“, versuchte der Vorsitzende Richter, dem Angeklagten die Schwere seiner Schuld klar zu machen. „Sie sind haarscharf daran vorbeigeschrammt.“ Mit dem Strafmaß von acht Jahren blieb das Gericht zwei Jahre unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, aber auch zwei Jahre über dem der Verteidigung, denn nach Aussagen des Gutachters, der den Angeklagten untersucht hatte, sei dieser zur Tatzeit voll schuldfähig gewesen. Die Mutter des Kindes, die im Prozess als Zeugin aussagte, hatte zunächst keinerlei Verdacht geschöpft. Erst als sie den 30-Jährigen nach Bildern von den mit dem Sohn verbrachten Wochenenden fragte, kam der Stein ins Rollen, denn der Angeklagte überließ ihr die Festplatte seines Computers und darauf waren Bilder von den Übergriffen gespeichert. Als die Mutter sah, was passiert war, zeigte sie ihren früheren Lebensgefährten umgehend an.

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