19-Jähriger wird 1974 Leiter des Sozialamts
Bürgermeister Wolfgang Annen, Margarete Götker, Christoph Busch-Lütke Westhues und Hubertus Stegemann verabschiedeten Augustin Hendker (Mitte) nach 44-jähriger Tätigkeit im Rathaus.

 „Eigentlich nichts Neues, bin ich doch einige Male innerhalb des Rathauses umgezogen und musste meine Sachen packen“, so der frischgebackene Pensionär. „Doch mit dem Wissen, dass es dieses Mal endgültig ist, ist es mir nicht gerade leicht gefallen.“ So versuchte denn auch Bürgermeister Wolfgang Annen ihm im Kreise von Kollegen den Abschied leichter zu machen, indem er den Werdegang Hendkers, der von einer großen Loyalität zum Haus und einer hohen Identifikation mit seinen Aufgaben geprägt war, hervorhob. Denn der Schweger blickt auf ein interessantes und wechselvolles Aufgabengebiet zurück. Nur zwei Jahre nach seiner erfolgreichen Ausbildung bei der Gemeinde Ostbevern übernahm der damals 19-Jährige im Jahr 1974 die Leitung des Sozialamts. Diese Leitungsfunktion hatte er bis heute, 40 Jahre später, noch inne.

Mit dem Blick zurück wird erst bewusst, wie spannend und arbeitsintensiv die vergangenen 44 Jahre waren. Gerade in der Gesetzgebung zur Bewilligung von Sozialhilfe ergaben sich immer wieder Veränderungen, auf die es sich einzustellen galt. „Als ich 1974 im Sozialamt anfing, gab es noch keine EDV. Der Kontakt zu den knapp 50 Hilfeempfängern, überwiegend Kriegerwitwen und Kriegsversehrte, war sehr persönlich. Damals betrug die Sozialhilfe 237 D-Mark. Heute beläuft sich der Regelsatz auf 391 Euro und gemeinsam mit dem Job-Center unterstützen wir nahezu 500 Menschen“, resümiert Hendker. Hinzu kommt auch, dass Ostbevern von damals 6500 auf heute 11 000 Einwohner angewachsen ist. Es gab damals nur einen Kindergarten, heute sind es fünf plus einige weitere Spielgruppen, die Augustin Hendker und sein Team betreuen.

Mit dem Zuzug der ersten Asylbewerber nach Ostbevern und dem starken Zustrom von Spätaussiedlern aus Russland in den 1990er-Jahren wurde der Arbeitsalltag noch bunter und umfangreicher. „Dass wir uns häufig mit Händen und Füßen verständigen mussten, war nicht ungewöhnlich.“ Auch als „Geburtshelfer“ betätigte sich der zweifache Familienvater in den vergangenen Jahren und brachte mit weiteren Initiatoren das Kinder- und Jugendwerk Ostbevern im Jahr 1991 auf die Welt. „Sein Baby“ ist dem Schweger derart ans Herz gewachsen, dass er auch nach seiner Pensionierung dort noch weiter mitarbeiten wird.

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