19000 Telgter tappen im Dunkeln
Transformatorenstationen und Strommasten untersuchte der Bereitschaftsdienst der Stadtwerke ETO am Mittwochabend. Am Donnerstag wurden die Arbeiten tagsüber fortgesetzt. Ein Kabelmesswagen nahm eine Hochspannungsverbindung, die ins Stadtzentrum führt, unter die Lupe.

 „Eine defekte Schutzeinrichtung hatte zu einem Leistungsschalterfall geführt“, erklärte Winfried Münsterkötter, Geschäftsführer der Stadtwerke Ennigerloh, Telgte, Ostbevern (ETO), den technischen Dominoeffekt.

Messwagen unterwegs

Die Ursache für den nächtlichen Gau ist damit aber nicht vollends geklärt. Mit einem Spezial-Messwagen aus Gütersloh untersuchten Experten am Donnerstag den Zustand eines unterirdisch verlegten 10-KV-Hochspannungskabels, das die Stadt von Süden kommend mit Elektrizität versorgt. Die Stadtwerke vermuten einen Schaden an der Leitung, die von der Alverskirchener Straße zum Steintor führt. 1,7 Kilometer misst die Strecke der Fehlersuche. Besorgte Bürger hatten am Mittwoch zum Telefon gegriffen und die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie „Blitze und Lichter“ in der Nähe einer Trafostation beobachtet hatten. In der Delsener Heide hatte ein Transformator mit lautem Knall seinen Dienst quittiert, ein weiterer Schaden wurde am Abend laut Münsterkötter im Westen der Emsstadt vermutet.

Leitung gekappt

Aus Sicherheitsgründen sei daraufhin an dem Punkt, an dem die RWE die Energie ans Leitungsnetz der ETO übergibt, vorübergehend gekappt worden. Ihren Hilferuf konnten allerdings nur diejenigen absetzen, die ein analoges Telefon ihr Eigen netzen. Handy- und Internettelefonierer bekamen keine Verbindung. Auch Winfried Münstermann war nach eigener Aussage fernmündlich isoliert. Dem reibungslosen Zusammenspiel von Feuerwehr und ETO-Bereitschaftsdienst sei es zu verdanken, dass ein Großteil der 10 000 Haushalte in Telgte und Westbevern nach 22 Uhr auf den Einsatz von Kerzenlicht hätte verzichten können, sagte Münsterkötter. Vereinzelte Bezirke hatten allerdings bis 23 Uhr auf erhellende Momente warten müssen.

Schadenssumme offen

Den Betriebsschaden konnte die ETO am Donnerstag nicht beziffern. „Abhängig ist diese Schätzung vom noch zu definierenden Arbeitsumfang“, teilte der ETO-Geschäftsführer mit. Von außen seien an den Energieversorger keine Schäden gemeldet worden. In dem einen oder anderen Fall habe eine Alarmanlage grundlos ausgelöst, vielleicht gebe es defekte Telefon- und Computeranlagen, deren Schäden reguliert werden müssten. Einen vergleichbaren Gau, der sämtliche Haushalte im Stadtgebiet Telgte lahm gelegt hat, gab es bislang nicht.

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