Angel soll ein Stück „entfesselt“ werden
Bild: Mettelem
Schnurgerade verläuft die Angel im Bereich Alverskirchen. In den 1950er-Jahren war die Begradigung eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzflächen angelegt worden.
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 Bei der Vorstellung einer umfangreichen Baumaßnahme am Mittwoch ging es aber mehr um die Wasserrahmenrichtlinie, wie Everswinkels Bürgermeister Sebastian Seidel und Landrat Dr. Olaf Gericke vermittelten. „Es ist eine Generationenaufgabe, die dem Gewässerschutz, dem Hochwasserschutz und dem Naturschutz dient“, erklärte der Landrat die naturnahe Entwicklung der Angel, die in den 50er-Jahren im Zuge der Flurbereinigung über mehrere hundert Meter begradigt worden war. Die nun anstehende Maßnahme soll einen „entfesselten“ Gewässerabschnitt entstehen lassen, in dem sich die Angel frei in dem zur Verfügung stehenden Bereich, der bis zu 15 Meter breit sein kann, entwickeln darf. Mit im Planungsboot waren im Vorfeld die Gemeinde Everswinkel mit Umweltberater Bernd Schumacher, Bauamtsleiter Norbert Reher, der Wasser- und Bodenverband, der Kreis Warendorf, das Ingenieurbüro Schmelzer sowie die Bezirksregierung. Alle Behörden hätten Hand in Hand gearbeitet, so Bürgermeister Sebastian Seidel. Auch die Anlieger, mit denen teilweise Gestattungsverträge abgeschlossen worden waren, hätten sich kooperativ gezeigt, versicherte der Bürgermeister. Insgesamt werde die Maßnahme mitsamt den Erdarbeiten, der Ufersicherung und den Ingenieurleistungen rund 125 000 Euro kosten, die zu 80 Prozent gefördert würden. Den Rest trägt die Gemeinde Everswinkel. Vorarbeiten mit der Entnahme der Ufersicherung aus den 1950er-Jahren und der Abtrag des Oberbodens wurden bis zum Beginn der Brutsaison im Februar durchgeführt. Jetzt kann ab Mitte Juli weitergebaut werden, sodass bis Ende 2018 ein naturnaher Flusslauf mit Landschaftselementen entstehen soll, der zur erheblichen Verbesserung der Wasserqualität und des Artenreichtums beiträgt.

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