Außergewöhnliche Klangerlebnisse
Bild: Baumjohann
„Saxofourte“ begeisterte mit (v. l.) Thomas Sälzle, Christoph Heeg, Simon Hanrath und Daniela Wahler. Mehr als 300 Zuhörer waren in die St.-Magnus-Kirche gekommen, um beim ersten „Summerwinds“-Konzert im Vitusdorf dabei zu sein.
Bild: Baumjohann

 Das allerdings auf durchaus ungewohnte Art. Die Saxophone, mit denen „Saxofourte“ unter anderem Rondeau, Sarabande und Badinerie aus Bachs Orchestersuite h-moll (BWV 1067) spielten, waren zu Lebzeiten des Komponisten schließlich noch gar nicht erfunden: Adolphe Sax ließ sich das Instrument erst im März 1846 patentieren. Und wenn dann noch die modernen Saxophone von „Saxofourte“ zusammen mit den allesamt aus der Barockzeit stammenden Oboen und dem Fagott von „Concert Royal“ erklingen wie bei dem Eingangschor in Form einer französischen Ouvertüre aus Bachs Kantate „Höchsterwünschtes Freudenfest“ (BWV 194), dann sind außergewöhnliche Klangerlebnisse garantiert. So waren auch einige Besucher beim Blick in das Konzertprogramm des Abends durchaus überrascht. Damit, dass „Concert Royal“ und „Saxofourte“ einige Werke Bachs gemeinsam zu Gehör bringen würden, hatten nicht alle gerechnet. „Man wird weit fahren müssen, um diese Kombination von Instrumenten noch einmal zu erleben“, zeigte sich auch „Summerwinds“-Intendantin Dr. Susanne Schulte in ihren Begrüßungsworten überzeugt.

Dr. Susanne Schulte ist auch Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (gwk), die die „Summerwinds“-Konzertreihe bereits im dritten Jahr auf die Beine gestellt hat. In diesem Sommer finden im gesamten Münsterland und in den östlichen Niederlanden insgesamt 40 Konzerte statt.

„Ich bin in diese Kirche hineingegangen und war still überwältigt“, schilderte Schulte am Freitagabend ihre ersten Eindrücke von der St.-Magnus-Kirche. Auch das war – neben der Akustik des spätgotischen Gotteshauses – ein ausschlaggebender Grund, dass das Vitusdorf zum ersten Mal Veranstaltungsort eines „Summerwinds“-Konzerts geworden ist.

Und so versäumte es auch Gemeindepfarrer Heinrich Hagedorn nicht, den Konzertbesuchern aus nah und fern die Schätze des Everswinkeler Gotteshauses persönlich näherzubringen – das wohl aus der Werkstatt des Meisters Bernd Bunickmann stammende Sakramentenhäuschen, die im Jahr 1460 entstandene Pieta aus Baumberger Sandstein und die erst 1957 wieder freigelegten spätgotischen Gewölbemalereien. Da passt es natürlich ins Bild, dass das Konzertprogramm am Freitagabend mit dem Schlusschor aus der Kantate „Nun danket alle Gott“ (BWV 192) endete. Ein Werk, das übrigens, wie auch die übrigen von „Concert Royal“ und „Saxofourte“ gemeinsam gespielten Kompositionen, von Karla Schröter für Saxofonquartett und Oboenensemble arrangiert worden war.

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