Belästigung vor Telgter Grundschule

Der Angeklagte ist wohnhaft in Polen und befand sich zur Tatzeit zu Besuch bei seiner Tochter in Telgte. Die Tatsache, dass er kein Wort Deutsch versteht und eine Dolmetscherin für ihn übersetzen musste, erschwerte die Beweisaufnahme zusätzlich.

Dem 61-Jährigen wurde zur Last gelegt, im September vergangenen Jahres vor dem Schulhof der St.-Christophorus-Schule im Telgter Ortsteil Westbevern-Vadrup, Stoßbewegungen mit dem Becken Richtung einer ihm den Rücken zukehrenden Frau und den vor der Grundschule spielenden Kindern gemacht zu haben. Anschließend habe er sich an einer Mauer in der Nähe niedergelassen und angefangen, sein Genital durch die geöffnete Hose zu manipulieren.

Zu Beginn der Verhandlung stritt der Mann das Vorgehen mit der Erklärung ab, er leide an einer Prostata-Erkrankung und könne seinen Harn nicht kontrollieren. Demnach trage er immerzu einen kleinen faltbaren Plastikbecher mit sich herum, in den er bei Bedarf uriniere. Aus seiner Sicht, könnte das diskrete Urinieren in den Behälter als sexuelle Selbstbefriedigung missverstanden worden sein. Ein Vater, dessen Tochter auf die St. Christophorusschule geht, hatte den Vorfall jedoch beobachtet und trat als Zeuge auf. Mit genauer Auskunft und Fotos vom Tatvorgang konnte dem polnischen Mann schließlich das Vergehen nachgewiesen werden. „Straferschwerend kommt hinzu, dass der Vorfall sich in der Nähe einer Schule und von zahlreichen Kindern abspielte“, hielt die der zuständige Richter fest. Der 61-Jährige war zuvor weder in Deutschland noch in Polen vorbestraft.

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