Bewährungs- und Geldstrafe für Landwirt

Dessen zehn Rinder litten erhebliche Qualen, weil er sie unversorgt ließ.

Bei der Nachschau durch die Amtstierärztin am 19. Februar lagen vier Tiere tot im Stall, eines war derart geschwächt, dass es sofort eingeschläfert werden musste. Die übrigen fünf Tiere waren in einem „absolut desolaten Zustand“, so die Vorsitzende Richterin. Als sie Auszüge aus dem Bericht der Amtstierärztin verlas, graute es selbst hartgesottenen Zuhörern im Gerichtssaal: „Zwei der Rinder lagen mumifiziert und teilweise skelettiert im Futtergang, zwei weitere waren bereits seit mehreren Wochen tot. Der Mist war in einem Bereich des Stalls derart hoch, dass er bis zu zehn Zentimeter unter die sich in einer Höhe von einem Meter befindlichen Tränke reichte. Dadurch konnten die Tiere nur trinken, wenn sie sich auf die Vorderfußwurzelgelenke niederließen. Eine Einstreu oder trockene Liegeplätze gab es im ganzen Stall nicht, die Rinder standen teilweise knietief in ihren eigenen Fäkalien“, las die Richterin aus dem tierärztlichen Bericht vor.

Kleinlaut gab der gelernte Landmaschinentechniker an, „dass mir die ganze Sache über den Kopf gewachsen ist.“ Er beharrte aber darauf, dass er die Tränken täglich gereinigt habe, so dass die Rinder zumindest frisches Wasser gehabt hätten. Aufgefallen war die als völlig verwahrlost anzusehende Tierhaltung dadurch, dass der Mann die jährlichen beim Veterinäramt einzureichenden Blutuntersuchungen versäumt hatte. So machte sich die Amtstierärztin am 19. Februar auf den Weg und fand die unhaltbaren Zustände auf dem Hof des Mannes vor, der dort mit Frau und vier Kindern wohnt. „Die Kinder sind aber nicht von mir“, betonte der Angeklagte.

Die Staatsanwältin zeigte in ihrem Plädoyer auf, dass die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz „langanhaltend waren und dem Angeklagten die Strafbarkeit seines Handelns völlig klar“ gewesen sein musste. Für sie kam eine Geldstrafe nicht mehr in Betracht. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung, eine Geldbuße von 1800 Euro und ein zweijähriges Tierhaltungsverbot.

Dieser Forderung folgte die Vorsitzende Richterin in ihrem Urteil weitgehend.

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